ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2013Alkoholkonsum: Was zu tun ist
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Geradezu rührend wird in dem Artikel der Bundes­ärzte­kammer auf das Wort des Arztes verwiesen, wenn es um Alkoholprobleme unserer Patienten geht. Die Ernte für dieses Bemühen kann vielleicht in 30 Jahren einmalig eine erfolgreiche und nachhaltige Abkehr vom Alkohol sein. Nein, wer hier ernsthaft eine Wende erreichen will, muss ein ganz anderes, großes Rad drehen:

  • In einem einigen Zusammenwirken aller betroffenen Gruppen (Bundes­ärzte­kammer, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Philologenverband, ADAC [sic!], Bundespresserat, Bundesinnenministerium, die Kultusminister der Länder usw.) muss erreicht werden, dass jegliche Veröffentlichung von Bildern mit Alkohol oder dessen Assoziation in sämtlichen Medien von Gesetzes wegen verboten wird (Dorffest bis hin zum Münchner Oktoberfest, Fassanstich, Eröffnung einer Kita, Grundsteinlegung für das Institut zur Suchtbekämpfung, Übergabe einer neuen Straße oder einer Brücke . . . Ausgenommen hiervon Spiel- und Dokumentarfilme). Nur damit kann die Allgegenwart der Droge wirksam reduziert werden. Zu all diesen Gelegenheiten kann auch Orangensaft oder Bionade gereicht werden!
  • Die Werbung für alkoholische Getränke muss in allen Medien und auf Plakaten, Fesselballonen oder Ähnlichem komplett verboten werden. In einer Übergangsfrist von zwei Jahren könnten diejenigen Produkte, die es auch alkoholfrei zu kaufen gibt (zum Beispiel einige Weißbier- oder Sektsorten) weiterhin beworben werden, wenn sie gleichzeitig und nebeneinander in der Werbung erscheinen.

Die befürchteten Verluste der Brauereien und Destillerien, die durch diese Maßnahmen entstehen, werden durch Einsparungen im Gesundheitswesen mehrfach kompensiert werden. In Sachen Nikotin war’s ein guter Anfang, packen wir’s an!

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Dr. Walter Helm, 77955 Ettenheim

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