ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2013Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin: Erfolgreiches erstes Jahr

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Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin: Erfolgreiches erstes Jahr

Dtsch Arztebl 2013; 110(35-36): A-1606

Ollenschläger, Philipp

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Die „Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin für Berlin“ hat im vergangenen Jahr mehr als 100 angehende Hausärzte beraten und unterstützt.

Die „Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin für Berlin“ (KoSTA) blickt auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück. Weit mehr als 100 Weiterzubildende sowie zahlreiche Krankenhäuser und Weiterbildungsbefugte im niedergelassenen Bereich hätten in dieser Zeit die Unterstützung durch die KoStA in Anspruch genommen, teilten die Träger – die Kassenärztliche Vereinigung Berlin, die Ärztekammer Berlin und die Berliner Krankenhausgesellschaft – Mitte August mit. Die Vorteile für die weiterzubildenden Ärzte, Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte sind in ihren Augen: „Die Weiterzubildenden erhalten eine strukturierte Weiterbildung, die Rotation ist sichergestellt, sie müssen sich nicht ständig eine neue Stelle suchen und geraten nicht in Zeiten ungewollter Arbeitslosigkeit.“

Koordinierungsstelle bietet allen Beteiligten Vorteile

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Auch die Weiterbildungsbefugten in den Praxen profitierten von diesem System – je nach Rotationsplan arbeiteten bei ihnen gut vorgebildete Ärzte in Weiterbildung. Für die Krankenhäuser bietet das Engagement in einem Weiterbildungsverbund Planungssicherheit und Kooperationsmöglichkeiten, sowohl krankenhausintern zwischen den Abteilungen als auch mit den niedergelassenen Ärzten.

Zum Hintergrund: Da in den kommenden Jahren viele Allgemeinärzte aus dem Berufsleben ausscheiden, wurde nach Mitteln gesucht, um einer Unterversorgung im allgemeinmedizinischen Sektor entgegenzusteuern. Bereits im Jahr 2009 hatten die Vertragspartner des Förderprogramms Allgemeinmedizin – die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen – vereinbart, dass vom 1. Juli 2010 an flächendeckend Koordinierungsstellen eingerichtet werden sollen. Diese sollen Ärzten in Weiterbildung dabei unterstützen, ihre Weiterbildung strukturierter zu gestalten, sie bieten Informationsplattformen an und vermitteln Weiterbildungsstellen.

Zuschlag in unterversorgten Gebieten

Um die Weiterbildung zum Allgemeinarzt auch finanziell attraktiver zu gestalten, wurde 2009 im Zuge der Weiterentwicklung des Förderprogramms die Vergütung der Weiterbildungsassistenten in den Praxen niedergelassener Ärzte auf 3 500 Euro monatlich angehoben – die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen zahlen jeweils 1 750 Euro. Ist ein Assistenzarzt in einem unterversorgten Gebiet tätig, gibt es einen weiteren finanziellen Zuschlag in Höhe von 500 Euro. Im Krankenhaus beläuft sich die Förderung durch die Krankenkassen für angehende Allgemeinärzte auf 1 020 Euro.

Nach Auskunft der Bundes­ärzte­kammer gibt es inzwischen in allen 17 Kammerbereichen Koordinierungsstellen. Deren Evaluationsberichte für die Jahre 2010 und 2011 zeigen eine positive Entwicklung. Im ambulanten Bereich stieg die Zahl der geförderten Ärzte in Weiterbildung im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 225 auf 3 483. Ob sich dieser positive Trend in der ambulanten Versorgung auch im vergangenen Jahr fortgesetzt hat, lässt sich derzeit noch nicht sagen: Die Zahlen für 2012 liegen voraussichtlich erst gegen Ende dieses Jahres vor.

Philipp Ollenschläger

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