ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2013Fehlzeiten-Report der AOK: Neuroenhancer auf dem Vormarsch

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Fehlzeiten-Report der AOK: Neuroenhancer auf dem Vormarsch

PP 12, Ausgabe September 2013, Seite 388

Bühring, Petra

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Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage, die durch die Einnahme von Suchtmitteln verursacht wurden, ist in den letzten zehn Jahren bei den Versicherten der AOK um etwa 17 Prozent angestiegen. Alkoholkonsum und Rauchen sind nach dem Fehlzeiten-Report 2013 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) die Hauptursachen. Experten sehen aber auch einen Trend zu einer verstärkten Einnahme von leistungssteigernden Mitteln, sogenannte Neuroenhancer, um den Anforderungen der Arbeitswelt gerecht werden zu können.

Besonders jüngere Mitarbeiter greifen bei zu hoher Arbeitsbelastung zu Neuroenhancern. Foto: dpa
Besonders jüngere Mitarbeiter greifen bei zu hoher Arbeitsbelastung zu Neuroenhancern. Foto: dpa

Einen Einblick in den Umfang von Süchten in der Arbeitswelt ermöglicht eine aktuelle Studie des WIdO für den Fehlzeiten-Report. Mehr als 2 000 Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren wurden dafür nach ihren Belastungen am Arbeitsplatz sowie den Umgang mit ihrer Gesundheit befragt. Es zeigte sich, dass 5,3 Prozent der Befragten täglich Alkohol konsumieren. Der Anteil der Männer liegt dabei mit 8,9 Prozent fast viereinhalbmal über dem der Frauen (zwei Prozent).

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Andere Süchte wie die Einnahme leistungssteigernder Substanzen gewinnen nach dieser Befragung aber an Bedeutung. Um berufliche Stresssituationen zu bewältigen, haben danach fünf Prozent der Arbeitnehmer in den letzten zwölf Monaten Medikamente, wie beispielsweise Psychopharmaka oder Amphetamine, zur Leistungssteigerung bei der Arbeit eingenommen. Bei den unter 30-Jährigen trifft dies auf jeden Zwölften zu. Die Dunkelziffer wird als erheblich größer eingeschätzt, denn Studien zeigten, dass viele Menschen bereit sind, bei hoher Arbeitsbelastung stimulierende Mittel einzunehmen. Ein hohes Maß an Mobilität, Flexibilität und Verfügbarkeit in der Arbeitswelt begünstigt dies. Themen wie die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln müssten in Zukunft verstärkt in den Präventionsangeboten aller Krankenkassen berücksichtigt werde, forderte die AOK. pb

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