ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2013Randnotiz: Erstdiagnose per Windel

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Randnotiz: Erstdiagnose per Windel

PP 12, Ausgabe September 2013, Seite 389

Ollenschläger, Philipp

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Für Besitzer von Smartphones gehört die Nutzung von Apps zum Alltag. Man könnte meinen, es gibt kaum mehr eine Situation, die nicht durch mobile Applikationen bereichert oder erleichtert wird: Apps, die das Abnehmen vereinfachen, Spiel-Apps, die die Zugfahrt verschönern, Apps, die die Wasserwaage ersetzen, und solche, die den Nutzer vor Mückenattacken warnen.

Schon bald dürfte die Produktpalette um ein weiteres Kuriosum ergänzt werden, in Form der „Smart Diaper“– der schlauen Windel. Entwickler eines New Yorker Start-up-Unternehmens haben eine Applikation kreiert, die Eltern helfen soll, frühe Hinweise auf mögliche Erkrankungen ihrer Babys zu erlangen. Ganz egal ob Wassermangel, Harnwegsinfekte oder Nierenerkrankungen – die schlaue Windel erkennt angeblich alles.

In der Windel befinden sich Biosensoren, die die Konzentration des Urins registrieren und bestimmte Proteine und Bakterien nachweisen. Auf der Außenseite der Windel sind Quadrate, die abhängig vom Messwert unterschiedliche Farbtöne anzeigen. Diese Quadrate werden von den Eltern mit dem Smartphone abfotografiert; eine App sorgt für die Auswertung und stellt die Diagnose.

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Bisher ist die „Smart Diaper“ nicht im Handel erhältlich. Ab Herbst sollen an Krankenhäusern in den USA die für die Zulassung notwendigen Studien durchgeführt werden. Doch selbst wenn die Studie positiv verläuft, wird sie zunächst wohl nur in den USA erhältlich sein. Mit einer baldigen Markteinführung in Deutschland ist nicht zu rechnen.

Bleibt zu hoffen, dass die neue Wunder-Windel von US-Eltern nicht als Alternative zum Arztbesuch verstanden wird.

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