ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2013Aufschiebeverhalten: Einfluss der Persönlichkeit

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Aufschiebeverhalten: Einfluss der Persönlichkeit

PP 12, Ausgabe September 2013, Seite 411

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Aufschiebeverhalten kann in verschiedenen Lebensbereichen zu erheblichen Problemen führen. Die Organisationspsychologen Piers Steel (University of Calgary, Alberta, Kanada) und Joseph Ferrari (DePaul University, Chicago, USA) haben jetzt untersucht, welche Charakteristika Personen aufweisen, die Vorhaben chronisch aufschieben. Anhand einer Internetbefragung in acht englischsprachigen Ländern, an der 16 413 Freiwillige teilnahmen, fanden sie heraus, dass Aufschiebeverhalten eher bei Männern als bei Frauen vorkommt. Darüber hinaus tritt es öfter bei jüngeren, unverheirateten oder geschiedenen, kinderlosen, wenig gebildeten, wenig selbstdisziplinierten und in urbaner Umgebung lebenden Personen auf. „Der typische Betroffene ist jung, männlich, wenig gebildet, Single und Städter“, meinen die Autoren und spekulieren darüber, ob diese Merkmale Ursache oder Wirkung des Aufschiebeverhaltens sind. Zum Beispiel kann angenommen werden, dass einerseits das Aufschiebeverhalten das Eingehen fester Beziehungen oder akademische Erfolge verhindert (Aufschiebeverhalten als Ursache), andererseits wäre es plausibel, dass beispielsweise das Leben in einer Stadt zu viel Ablenkung und Zerstreuung bietet, so dass Pläne nicht konsequent genug verfolgt werden können (Aufschiebeverhalten als Wirkung). Personen, die Vorhaben immer wieder aufschieben, haben Probleme mit der Handlungsregulation, die jedoch nach Meinung der Autoren relativ gut behandelt werden können. Wissenschaftliche Erkenntnisse wie die berichteten über die Charakteristika von Personen, die von Aufschiebeverhalten betroffen sind, ermöglichen es, die Zielgruppen besser anzusprechen sowie individualisierte Präventions- und Behandlungspläne zu erstellen. ms

Steel P, Ferrari J: Sex, education and procrastination. European Journal of Personality 2013; 27(1): 51–8.

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