ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2013Psychische Erkrankungen: Berufsbedingter Stress erhöht das Risiko

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Psychische Erkrankungen: Berufsbedingter Stress erhöht das Risiko

PP 12, Ausgabe September 2013, Seite 426

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Je mehr Stress im Beruf, desto höher das Risiko, psychisch zu erkranken. Dies fanden die Gesundheitspsychologen Andrew Szeto und Keith Dobson von der University of Calgary and Mental Health Commission of Canada (Kanada) heraus, indem sie die Daten einer repräsentativen Umfrage zur Gesundheit der Bevölkerung in Kanada auswerteten. An der Umfrage hatten 10 389 berufstätige Personen im Alter zwischen 15 und 75 Jahren teilgenommen. Sie waren gefragt worden, wie hoch ihre beruflichen Belastungen in den vergangenen zwölf Monaten waren und ob bei ihnen in diesem Zeitraum eine psychische Erkrankung diagnostiziert und behandelt worden war. Sieben Prozent der Befragten wurden psychotherapeutisch behandelt, hauptsächlich wegen emotionaler Probleme und Angststörungen. „Personen, die berichteten, dass ihr Job mit extrem hohem Stress einherging, waren dreimal häufiger in psychotherapeutischer Behandlung als weniger belastete Personen“, schreiben die Wissenschaftler. Auch für Personen, die ihre Arbeitstätigkeit als „ziemlich stressreich“ bezeichneten, bestand ein hohes Risiko, denn sie mussten sich zweimal häufiger in Behandlung wegen psychischer Störungen begeben als weitgehend unbelastete Personen.

Für Szeto und Dobson wird der Zusammenhang zwischen Stress und psychischer Gesundheit anhand dieser Daten klar ersichtlich. Angesichts der stetigen Zunahme des Leistungsdrucks in vielen Berufen genügt es ihrer Meinung nach nicht mehr, Berufstätige in stresspräventiven oder -reduzierenden Maßnahmen zu schulen; vielmehr wären Arbeitgeber in der Pflicht, Stressfaktoren im Berufsalltag festzustellen und zu reduzieren, um das Risiko für Berufstätige, wegen beruflicher Überlastung psychisch zu erkranken, gering zu halten. ms

Szeto A, Dobson K: Mental disorders and their association with perceived work stress. Journal of Occupational Health Psychology 2013; 18(2): 191–7. MEDLINE

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