ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2013Gesundheitswesen: Schon seit Jahren von Ärzten gefordert
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Seit Jahrzehnten ist das deutsche Gesundheitswesen einer sich immer schneller drehenden Reformspirale ausgesetzt, ohne dass wirklich nachhaltige, tragbare und für alle Beteiligten verlässliche Strukturen geschaffen wurden.

Stattdessen entwickelt sich zunehmend eine patienten- und medizinferne Parallelwelt, die vermehrt von außen immer stärkeren Einfluss zu nehmen versucht.

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Patienten, Ärzte und Pflegeberufe werden dabei zunehmend an den Rand gedrängt. In diesen Kontext passt der Inhalt des gesundheitspolitischen Beitrages über Versorgungsstrukturen und SPD-nahe Reformideen . . .

Eine objektive Betrachtungsweise erfordert auch den nötigen Abstand zur Politik, und damit meine ich zu jeder Partei. Gerade die beiden großen Volksparteien, aber auch die politische Gruppierung des noch amtierenden Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters haben allesamt ihre destruktiven Spuren im Gesundheitswesen zur Genüge hinterlassen.

Die in Ihrem Artikel aufgeführten Personen mögen zwar ihre lukrativen patientenfernen beruflichen Positionen gelegentlich ändern, sie verharren dennoch in ihrer eingeschränkten, vom Versorgungsalltag weit entfernten Sichtweise und auf ihren schreibtischzentrierten Standpunkten.

Wäre dies nicht der Fall, dann wäre der genannten Expertengruppe bereits längst hinreichend bekannt, dass alle von ihnen genannten Punkte ihres Positionspapiers schon seit Jahren aus der um eine verbesserte Versorgungsqualität kämpfenden Ärzteschaft gefordert werden. Erst ausreichende Erfahrung in einem medizinischen Beruf und Einblick in die Abläufe einer Klinik oder einer Praxis vor Ort (= kontinuierliche Erwerbsbiografie) befähigen zu Expertentum, zur konstruktiven Kritik am aktuellen Gesundheitswesen sowie zur Unterbreitung von seriösen Lösungsvorschlägen.

Es grenzt beinahe an einen gesundheitspolitischen Treppenwitz, wenn bisherige Verhinderer vernünftiger Reformen sich nun wahlkampfnahe zu Erfindern und Verfechtern dieser Reformen ausrufen . . .

Dr. med. Christian Deindl, 90489 Nürnberg

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