ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2013Frage der Woche an . . . Dr. Anke Lasserre, Geschäftsführerin des Klinikums Salzgitter

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Dr. Anke Lasserre, Geschäftsführerin des Klinikums Salzgitter

Was versprechen Sie sich von dem Wiedereingliederungsprogramm?

Dtsch Arztebl 2013; 110(37): [4]

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Das Klinikum Salzgitter, ein Tochterunternehmen der Rhön-Klinikum AG und akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover, hat soeben ein „WelcomeBack-Programm“ für Ärztinnen und Ärzte gestartet.

Frau Dr. Lasserre, was versprechen Sie sich von dem Wiedereingliederungsprogramm?

Anzeige

Lasserre: Der Krankenhaussektor ist als sehr personalintensiver Bereich auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Die Mitarbeiter sind ein Erfolgsfaktor im bestehenden Wettbewerb und der Fachkräftemangel wird deshalb zu einem steigenden Risiko. Viel zu wenig beachtet wird dabei das Potenzial der Ärztinnen und Ärzte, die als „stille Reserve“ nicht mehr in ihrem erlernten Beruf tätig sind – sei es, weil sie nach einer langen Pause (zum Beispiel wegen einer Familienphase) nicht mehr berufstätig sind, oder sei es, weil sie sich nach anderen Berufsmöglichkeiten (außerhalb des Arztberufes) umsehen. Nach Angaben der Bundes­ärzte­kammer sind derzeit mehr als 100 000 Ärztinnen und Ärzte nicht berufstätig.

Um die Wiederaufnahme des Arztberufes oder auch den Abschluss der Facharztweiterbildung zu erleichtern, fördert das Klinikum Salzgitter Ärztinnen und Ärzte mit einem speziellen WelcomeBack-Programm, das in dieser Form wohl einzigartig ist. Ziel des Wiedereingliederungsprogramms ist es, qualifizierte, erfahrene und motivierte Fachkräfte für das Klinikum zu gewinnen. Denn vor allem die Perspektiven für Wiedereinsteigerinnen hängen in hohem Maße von der Innovationsfähigkeit des Unternehmens ab. Ein qualifikationsgerechter Einsatz sowie die Verankerung eines Wiedereinstiegsmanagements in der betrieblichen Personal- und Organisationsentwicklung sind dabei wichtige Faktoren. Ziel war es daher, ein Programm zu entwickeln, das den Ärztinnen und Ärzten die Angst vor Überforderung nimmt und sie nach und nach erneut für den Arztberuf fit macht.

Mit einem dreistufigen Modell, das auch in Teilzeit in sechs bis zwölf Monaten absolviert werden kann und durch Mentoren individuell begleitet wird, erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Unterstützung, die sie brauchen, um schrittweise die Sicherheit im medizinischen Handeln wieder aufzubauen. Wir möchten die Ärztinnen und Ärzte ansprechen, die bisher eine Rückkehr „zurück in den Kittel“ als zu große Hürde gesehen haben und sie ermutigen, mit unserem Programm den Wiedereinstieg zu wagen.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Donnerstag, 19. September 2013, 13:08

Bitte mit gutem Beispiel vorangehen

Geben Sie bitte den gutdotierten Druckposten in der Geschäftsführung auf und kehren sie "zurück in den Kittel". Alles andere ist nämlich extrem unglaubwürdig.
Ich hoffe sehr, daß niemand auf diesen üblen Trick hereinfallen wird.