ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2013E-Learning in der Medizin: Erweitertes Angebot

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E-Learning in der Medizin: Erweitertes Angebot

Dtsch Arztebl 2013; 110(37): A-1692 / B-1498 / C-1472

Stausberg, Jürgen; Kühnl, Andreas

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Die „Interactive Tools and Media“ des Brigham and Women’s Hospital zählen zu den neuen Angeboten des E-Learning-Portals. Foto: picture alliance
Die „Interactive Tools and Media“ des Brigham and Women’s Hospital zählen zu den neuen Angeboten des E-Learning-Portals. Foto: picture alliance

Der „Learning Resource Server Medizin“ präsentiert ein umfangreiches zielgruppen- und fachgebietsspezifisches Angebot von Lehr- und Lernmodulen für die Medizin.

Mit Unterstützung durch den Medizinischen Fakultätentag wird der „Learning Resource Server Medizin“ (LRSMed) unter www.lrsmed.de weiter ausgebaut. Über den Dienst sind Lehr- und Lernmodule für fast alle Fachgebiete der Medizin abrufbar. Für den LRSMed werden im Web frei verfügbare Lehr- und Lernmodule recherchiert und in einem einheitlichen Format beschrieben.

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Im Portal ist eine Suche unter anderem über das Fachgebiet, den Anwendungstyp und die Sprache der Module möglich. Neu ist die Möglichkeit, mehrere Fachgebiete wie Pädiatrie und Rheumatologie oder mehrere Anwendungstypen wie Lehrbuch und Skript dabei zu kombinieren. Während sich die Redaktionsarbeit des LRSMed am Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München weiterhin auf kostenfreie Angebote konzentriert, können Anbieter kostenpflichtiger Module seit kurzem ebenfalls ihre Angebote präsentieren. Dies gilt auch für Angebote von Fachgesellschaften oder Verlagen. Zudem bietet das Portal als Community-Funktion eine Nutzerkommentierung der Module an.

Mehr als 1 600 Lernmodule

Mit Informationen zu mehr als 1 600 Lehr- und Lernmodulen ist der Dienst national und international führend für E-Learning in der Medizin. Andere Portale stellen ihre Informationen weniger zielgruppen- und fachgebietsspezifisch zur Verfügung, so MERLOT (Multimedia Educational Resources for Learning and Online Teaching) der California State University über www.merlot.org; Heal (Health education assets library) der University of Utah über http://library.med.utah.edu/heal oder MedlinePlus der US National Library of Medicine über www.nlm.nih.gov/medlineplus.

Im LRSMed sind sowohl deutschsprachige (30 Prozent) als auch englischsprachige Module registriert. Am häufigsten findet man Lehr- und Lernmodule zur Allgemeinmedizin (109 Module), zur allgemeinen Anatomie (116), zur Biologie (115), zur Hämatologie und Onkologie (89) sowie zur Neurologie (111). Etwa die Hälfte der Module entspricht einem elektronischen Lehrbuch oder Skript. Mit jeweils etwa zwölf Prozent der Module sind multimedial aufbereitete Präsentationen, Fallbeispielsammlungen und Bildatlanten vertreten.

Aktuell aufgenommen wurden die „Interactive Tools and Media“ des Brigham and Women’s Hospitals, eines Lehrkrankenhauses der Harvard Medical School. Diese Sammlung umfasst 19 in englischer Sprache kommentierte Animationen, etwa zu kardiovaskulären, orthopädischen und gynäkologischen Krankheiten oder Prozeduren, wie der Schlaganfallbehandlung, der Koronarangioplastie, der Amniozentese oder der Arthroskopie. Das Angebot wird ergänzt durch Lehrvideos und Podcasts zu medizinischen Tests und Prozeduren sowie zu aktuellen Gesundheitsthemen. Zudem gibt es mehr als 150 Quizmodule mit kommentierten Antworten zur Überprüfung des eigenen Wissens sowie einige Flash-basierte Rechenwerkzeuge zur individuellen Abschätzung des Erkrankungsrisikos, zum Beispiel für eine koronare Herzkrankheit, eine Depression oder ein Zervixkarzinom. Zum Angebot gelangt man mit „Brigham“ in der Volltextsuche oder direkt über http://health library.brighamandwomens.org/inter activetools.

Beispiel: Pathologie

Neu aufgenommen wurde außerdem das E-Learning-Modul des Instituts für Pathologie der Universität Heidelberg (unter http://eliph.klinikum.uni-heidelberg.de oder im LRSMed über das Fachgebiet „Pathologie“). Das Angebot richtet sich an Studierende der Human- und Zahnmedizin. Es enthält zusätzlich zu Lerninhalten der allgemeinen Pathologie auch solche der Neuropathologie und der speziellen Pathologie. Den Studierenden stehen die Vorlesungsfolien, kommentierte Bilder, das Kursmanuskript und ein „Kurskasten“ mit mehr als 100 mikroskopischen Präparaten zur Verfügung, die mit einem virtuellen Mikroskop betrachtet werden können. Das Modul der speziellen Pathologie umfasst 70 Kasuistiken, die die histologischen Bilder zusammen mit klinisch-pathologischen Befunden darstellen. Ein Atlas der Organpathologien, Kontrollfragen und Videotutorials runden das Angebot ab.

Jürgen Stausberg, Andreas Kühnl

Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE), Ludwig-Maximilians-Universität München

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