ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2013Notfallmedizin: Kein Liegendtaxi
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Über Freundlichkeit und Ordnungssinn lässt sich nicht streiten. Man ist immer zu Gast und hat höflich zu sein. Doch mit Verlaub, ein Patient mit frischem Myokardinfarkt gehört rasch in ein entsprechendes Zentrum. Schön, wenn er in der Praxis überwacht wird, aber wie hätte der Tenor Ihrer Randnotiz gelautet, wenn der Patient instabil geworden wäre und der Rettungsdienst länger gebraucht hätte? Oder wäre es dann einfach Fügung gewesen? Die vier nichtärztlichen Mitarbeiter waren wahrscheinlich zwei Mann RTW-Besatzung, der Fahrer des Notarztes und ein Praktikant, der eine rettungsdienstliche Ausbildung absolviert. Die Kollegen sind zudem keine Sanitäter, sondern zum Teil Rettungsassistenten mit Berufsausbildung, die 80er sind vorbei.

Ich spreche gerne einen wunden Punkt an, der einen Sturm der Entrüstung entfachen kann:

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Leider kommt man als Notarzt öfters zu niedergelassenen Kollegen, die Notfallpatienten nachlässig oder gar nicht betreuen, aber eine überflüssige Einweisung geschrieben haben.

Zudem beinhaltet eine Arzt-zu-Arzt-Übergabe auf jeden Fall die Abfrage der erfolgten Maßnahmen, Stichwort Übernahmeverschulden. Ein vorgebahnter stationärer Interventionsplatz wäre im Sinne des Patienten gewesen. So muss die passende Klinik erst gesucht werden. Jeder, der dieser Randnotiz in allen Belangen zustimmt, hat sich von der Weiterentwicklung des Rettungsdienstes seit 20 Jahren verabschiedet. Der Rettungsdienst im Jahr 2013 ist kein Liegendtaxi.

Dr. med. Matthias Zimmer, 63067 Offenbach

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