MEDIEN

Elektroenzephalographie: Grundlagen der Psychiatrie

Dtsch Arztebl 2013; 110(38): A-1742 / B-1538 / C-1514

Juckel, Georg

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Der bekannte Neurophysiologie- und EEG-Forscher legt mit dem Buch zum spontanen Ruhe-EEG die Summe seines Nachdenkens zur psychophysiologischen Begründung der wissenschaftlichen Psychiatrie vor. Angesichts der Tatsache, dass die primäre neuronale Aktivität eine elektrophysiologische ist, und da diese sich dynamisch in der Zeit abspielt, ist deren Verständnis, wie sie im EEG abgeleitet werden kann, äußerst wichtig für die Neurowissenschaften und damit eben auch für die Psychiatrie.

Das Buch ist auf höchstem theoretischem Niveau geschrieben unter Einbezug auch älterer Theoriekonzepte; es wird immer wieder aufgelockert durch Fallbeispiele von zum größten Teil eigenen Arbeiten zur sogenannten EEG-Vigilanzdynamik. Der Autor will wissenschaftstheoretisch begründen, inwiefern durch eine Form von „Gestaltwahrnehmung“ das Verständnis der EEG-Ruheaktivitäten und damit der psychiatrischen Krankheitsbilder gelingt. Sicherlich ist die heutige Molekulargenetik unabdinglich für eine moderne psychiatrische Forschung, jedoch sind es vor allem systemphysiologische Prozesse, die wesentlich näher am Verhalten und damit an den psychiatrischen Krankheiten „dran“ sind. Ein gutes Beispiel ist die sogenannte Alpha-Anteriosierung des Ruhe-EEGs, die man häufig vor allem bei endogenen Depressionen sieht: hier das EEG-Muster zum Ausdruck auch des klinischen Verhaltens.

Für alle, die über die Grundlagen der Psychiatrie nachdenken und insbesondere für diejenigen, die an psychiatrischer Elektroenzephalographie interessiert sind, ist dieses Buch ein „Muss“.

Georg Juckel

Gerald Ulrich: Das spontane Ruhe-EEG. Königshausen und Neumann, Würzburg 2012, 138 Seiten, kartoniert, 24 Euro

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