ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2013Kunstmuseum in München: Rückkehr des „Blauen Reiters“

KULTUR

Kunstmuseum in München: Rückkehr des „Blauen Reiters“

Dtsch Arztebl 2013; 110(38): A-1745 / B-1541 / C-1517

Nedbal, Dagmar

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Das Lenbachhaus ist nach aufwendiger Sanierung und Erweiterung wieder zugänglich.

Fotos: Dagmar Nedbal
Fotos: Dagmar Nedbal

Das Lenbachhaus steht nach vier Jahren Sanierung der alten Villa und Fertigstellung des Neubaus – in Form eines goldenen Kubus des britischen Stararchitekten Norman Foster – seit dem 8. Mai wieder dem Publikum offen. Endlich darf der „Blaue Reiter“, der auf eine Schenkung von Gabriele Münter, Malerin und Lebensgefährtin Wassily Kandinskys, zurückgeht, wieder bewundert werden.

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Schon bei der Annäherung an den Gebäudekomplex an der vornehmen Münchner Briennerstraße wird klar, dass es gelungen ist, das alte Lenbachhaus trotz massiver Neubaumaßnahmen zu erhalten. So ist die alte dreiflügelige Anlage mit dem wunderbaren Garten nahezu unverfälscht geblieben. Gleichzeitig wurde aber auch ein Zugang geschaffen, der den Ansprüchen eines modernen Publikums gerecht wird. Bedenkt man, dass zuletzt durch den Garten mit der Freitreppe bis zu 400 000 Menschen jährlich gegangen sind, wird bewusst, welche Herausforderungen das Museumsmanagement meistern musste. Das Nadelöhr ist nun beseitigt und die gesamte Anlage barrierefrei angelegt. Das Besondere aber ist, dass die für das Lenbachhaus charakteristischen überschaubaren Räume erhalten geblieben sind und mit exzellenter Beleuchtungstechnik ergänzt wurden.

Öffnungszeiten: Bis 30. September: täglich (außer montags) 10 bis 20 Uhr, Kunstbau bis 18 Uhr. Ab 1. Oktober: täglich (außer montags) 10–18 Uhr. Eintritt: 10 Euro, ermäßigt: 5 Euro
Öffnungszeiten: Bis 30. September: täglich (außer montags) 10 bis 20 Uhr, Kunstbau bis 18 Uhr. Ab 1. Oktober: täglich (außer montags) 10–18 Uhr. Eintritt: 10 Euro, ermäßigt: 5 Euro

Doch selbst bei dem jetzt erweiterten Platzangebot kann nie die gesamte Sammlung gezeigt werden. In ihr ist laut Lenbachhaus-Chef Helmut Friedel so viel Kapazität vorhanden, dass immer wieder interessante Sonderausstellungen entwickelt werden können. Daher hat das Lenbachhaus seine inhaltlichen Schwerpunkte noch deutlicher herausgearbeitet. Die Gegenwartskunst ist eine eigene Attraktion geworden. Und das 19. Jahrhundert wurde mit der Stiftung Christoph Heilmann und den Corots, Courbets oder den Dresdner Malern zu einer wunderbaren Sammlung. So sind neben dem „Blauen Reiter“ weitere Akzente entstanden, die zum Besuch einladen. Die Städtische Galerie punktet zwar ganz klar mit Kandinsky, Münter und Marc, bietet aber auch spannende Extraabteilungen, wie „Kunst nach 1945“ oder „Neue Sachlichkeit“. Weitere interessante Werke, wie die von Anselm Kiefer, Ansgar Jorn, Öyvind Fahlström oder der Gruppe Spur, können wohl erst bei der nächsten Umhängung berücksichtigt und gezeigt werden.

Im angegliederten Kunstbau sind zusätzliche Werke von Josef Albers, Marcia Hafif, Thomas Scheibitz oder Michel Majerus zu sehen. Gezeigt wird, dass das Lenbachhaus in größeren Zusammenhängen sammelt und nicht in Einzelbildern und die Künstler in ihrer Entwicklung darstellt.

Fazit: Auf etwa 300 Quadratmetern summiert sich die neue Ausstellungsfläche für die Kunst. Außerdem gibt es Räume für Museumsarbeit, einen Buchladen und ein Restaurant mit Blick auf die Propyläen am Königsplatz. Neben dem Erweiterungsneubau hat das Lenbachhaus eine völlig neue Beleuchtungsanlage erhalten, die mit Hilfe von LED Räume und Bilder in perfektem Licht erstrahlen lässt.

Dagmar Nedbal

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