ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2013Technologieplattform: Virtuelle Organe für Toxizitätstests

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Technologieplattform: Virtuelle Organe für Toxizitätstests

Dtsch Arztebl 2013; 110(38): A-1749

EB

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Die Leber ist ein zentrales Organ im Körper und verantwortlich für den Abbau und die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und Giftstoffen. Die Insilico Biotechnology AG, Stuttgart, hat eine Plattform entwickelt, die diese Prozesse in silico – also im Computer – abbildet. Nachdem das Unternehmen bereits seit dem Jahr 2007 eine virtuelle Leberzelle für die Medikamentenentwicklung konzipiert hat, ist jetzt die Leber als räumliches Organmodell einschließlich Blutkreislauf verfügbar.

Mit dem Modell lassen sich Daten sowohl auf zellulärer Ebene als auch auf Organebene verarbeiten. Mittelfristig ist geplant, die Plattform als ein modulares System, das um weitere Organe wie Herz oder Niere ergänzt werden kann, auszubauen. Entstehen soll ein Ganzkörpermodell, an dem sämtliche Eigenschaften und Reaktionen eines individuellen Organismus simuliert und getestet werden können. Schon jetzt kann die virtuelle Leber neben Eigenschaften wie Geschlecht, Alter oder Gewicht auch genombasierte Abbauwege für toxische Substanzen abbilden. Das Modell ermöglicht somit zuverlässige Aussagen über zeit- und dosisabhängige Wirkungen bei verschiedenen Patientengruppen.

Die Plattform, die in eine leistungsfähige High-Performance-IT-Struktur eingebettet ist, kann von verschiedenen Standorten aus genutzt werden. Nach Angaben des Unternehmens liegen beispielsweise die Aussagen zu Stoffwechselveränderungen durch Zugabe bestimmter Substanzen innerhalb von wenigen Minuten – statt wie bisher in ein bis zwei Tagen – vor.

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Die Plattformtechnik kann von der Pharma- oder Kosmetikindustrie eingesetzt werden, um toxikologische Prüfungen durchzuführen. Langfristig wird das Modell Tierversuche reduzieren können. EB

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