ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2013Randnotiz: Risikogruppe Sportfan

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Randnotiz: Risikogruppe Sportfan

Dtsch Arztebl 2013; 110(38): A-1709 / B-1513 / C-1489

Schmedt, Michael

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Sie sind Fan einer sogenannten Fahrstuhlmannschaft, die Jahr für Jahr in die Bundesliga aufsteigt, um dann wiederabzusteigen? Oder Fan vom ewigen Zweiten, der immer nah am Triumph eines Titels kratzt, ihn aber nie erreicht? Ein Fan, der mit seiner Mannschaft mit Herz und Seele bei Niederlagen leidet?

Dann laufen Sie Gefahr, derjenigen Fan- und damit Risikogruppe anzugehören, deren Mitglieder zwar gerne mit „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ argumentieren, wenn Sie die nächste Portion Pommes oder süße Limo bestellen, deren Leib aber im Laufe des Fanlebens eindeutig schneller wächst als die Seele.

Denn US-Forscher haben Ernährungsgewohnheiten von mehr als 700 Probanden, die in Städten mit einer Football-Mannschaft aus der National Football League (NFL) und Städten ohne NFL-Mannschaft leben (Psychological Science; doi:10.1177/ 0956797613481232) untersucht. Sie wollten feststellen, ob sich die Footballfans nach Niederlagen anders ernährten. Ergebnis: Sieg und Niederlage spiegelten sich eindeutig im Essverhalten wider. Bei einer Niederlage hieß das mehr Fast Food, 16 Prozent mehr gesättigte Fettsäuren und zehn Prozent mehr Kalorien, bei einem Sieg dagegen neun Prozent weniger Fettiges und Süßes und fünf Prozent weniger Kalorien. Verstärkt wurde die ungesunde Frustbewältigung noch, wenn die Niederlagen unerwartet oder sehr knapp zustande kamen. Frustbewältigung mit Essen ist nicht neu, werden Sie sagen. Aber vielleicht hat ein Politiker nach der Wahl die Idee, mal nicht Zuschläge für Risikosportarten zu erheben, sondern für Fans bestimmter Vereine? Welche das wohl sein werden? Guten Appetit!

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