ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2013Praxisgebühr: Verwegen
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Es ist schon verwegen von Ihrem Autor Philipp Ollenschläger zu behaupten, dass sich das Patientenverhalten seit Abschaffung der Praxis-gebühr Anfang des Jahres nicht geändert habe. Die Termine bei den Fachärzten mögen nicht zugenommen haben – was in einigen Regionen unseres Landes schlicht daran scheitern würde, dass es gar keine offenen Facharztkapazitäten gibt.

Das Patientenverhalten hat sich dennoch verändert: Die Zahl der Fachärzte, die Überweisungen ablehnen, weil ja nicht mehr notwendig, ist so angestiegen, dass sich Standesvertreter zu entsprechenden Stellungnahmen genötigt sahen. Die Patientenakten, die nicht mehr vollständig sind, weil diverse Facharztbriefe fehlen, nehmen explosionsartig zu, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis gefährliche Fehler passieren. Die zwischenärztliche Kommunikation hat unter dem Wegfall der Praxisgebühr deutlich gelitten.

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Dabei hätte man den Zuspruch der Versicherten und den Abbau von Bürokratie auch anders haben können: Primärärztliche Versorgung durch Haus- und Kinderärzte wird praxisgebührenfrei, fachärztliche Versorgung auf Überweisung auch. Wer ohne Überweisung zum Facharzt geht, zahlt weiterhin (dann gerne auch höhere) Gebühren. Aber für diesen sinnvollen und eigentlich ganz einfachen Weg war die Diskussion von Politik und Standesvertretungen viel zu emotional und von Standesdünkel durchdrungen. Schade eigentlich.

Markus Wedemeyer, 27578 Bremerhaven

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