ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2013Praxisgebühr: Ein Patientenwunschzettel
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„Entgegen den Erwartungen wurden Fachärzte . . . nicht häufiger aufgesucht“. Was erwarten wir denn anderes? War doch vorher die Überweisung nicht etwa ein scharfes Schwert gegen unnütze Inanspruchnahme, sondern sie wurde in 90 Prozent als „Patientenwunschzettel“ eingesetzt. . . . Was war und ist denn, wenn Sie eine offensichtlich unnötige Wunschüberweisung nicht ausstellen? Das macht dann schon ein anderer und nimmt dafür gerne die KVK des – bislang Ihres – Patienten. Auch die kommunikationsverbessernde Funktion bezweifle ich – bedenke ich den geringen Prozentsatz der eintreffenden Berichte an der Gesamtzahl der ausgestellten Überweisungen. Daher bin ich beinahe schon dankbar für jeden Patienten, der heute ohne Überweisung zum Facharzt seiner Wahl geht – so kann ich in den Fällen, da ich einen Patienten aktiv zum Facharzt schicke, das Ü-Formular gezielt nutzen, um Informationen zu übermitteln und zurückzuerbitten. Wenn diese Berichte dann noch häufiger kämen, ohne dass man sie explizit anmahnen muss . . .

Der freie Zugang zu allem und jedem, was sich der „mündige Bürger“ als notwendig einbildet, ist ein großer Teil dessen, was unser System ruiniert – und eine Pflichtüberweisung, die dann vor allem beim Hausarzt erpressbar einforderbar ist, wird hieran nichts ändern. Solange Politik und Kassen den Patienten nur Rechte suggerieren, aber kaum (sichtbar) Regeln auflegen, . . . kann sich der Bürger weiterhin „all inclusive“ bedienen und über steigende Beiträge jammern.

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Dr. med. Sven Heidenreich, 90518 Altdorf

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