ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2013Qualitätssicherung: Veränderungen von innen heraus
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Mit großem Interesse haben wir den Artikel gelesen. Den Ansatz, die Instrumente der Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung als Teile des internen und externen Qualitätsmanagements darzustellen, um so eine eineindeutige Diskussion über aktuelle und künftige Instrumente zu ermöglichen, halten wir für dringend erforderlich und sinnvoll.

Die Darstellung der Instrumentarien in der Arbeit von Griem et al. bezieht sich sämtlich auf externe Maßstäbe und Kriterien, die zur Qualitätssicherung und zur Umsetzung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses genutzt werden. Die Aufgabe der Institutionen besteht darin, diese extrinsischen Methoden zu adaptieren, zu nutzen und mit Leben zu füllen . . .

Wir möchten die Diskussion um einen primär intrinsischen Ansatz ergänzen, der auch und gerade im medizinischen Kontext von großem Nutzen ist, die Organisationsentwicklung (OE).

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OE ist ein organisationstheoretisches Konzept, um geplanten sozialen Wandel in Organisationen umzusetzen. OE ist ein geplanter, gelenkter und systematischer Prozess zur Veränderung der Kultur, der Systeme und des Verhaltens der Organisationsmitglieder mit dem Ziel, die Effizienz und Humanität der Organisation zu steigern. Sie bietet gerade im Gesundheitssektor, der einerseits zahlreichen Veränderungen und Anforderungen von außen ausgesetzt ist und andererseits große Beharrungskräfte in den Strukturen zeigt, eine Möglichkeit, Veränderungen von innen heraus durchzuführen.

Organisationsentwicklung ist ein breit angelegter, andauernder, mittel- bis langfristiger prozessorientierter Ansatz, der einem humanistischen Weltbild folgt. Da OE vom Grundprinzip partizipativ ist, bedarf sie einer professionellen Moderation und allparteilichen Begleitung in kritischen Phasen organisatorischer Veränderung. Gegenstand der Veränderungen in OE-Prozessen sind nicht nur technische und organisatorische Strukturen und Abläufe – wie in dem Artikel von Griem et al. beschrieben –, sondern auch zwischenmenschliche Kommunikations- und Verhaltensmuster. Damit bietet sich aus unserer Sicht die OE besonders zur effektiven Strukturierung von Krankenhäusern, Praxen und anderen medizinischen Dienstleistern an.

Ein OE-Prozess ist – wie wir aus eigener Erfahrung sagen können – arbeitsaufwendig und anstrengend. Es ist aber eine lohnende Investition, da neben der Optimierung von Arbeitsabläufen eine Erhöhung der Flexibilität, Veränderungsbereitschaft und Innovationsfähigkeit zu beobachten sind. Diese sind verbunden mit einer höheren Identifikation und Selbstverwirklichung der Beteiligten . . .

Literatur bei den Verfassern

Prof. Dr. Dr. Lutz S. Freudenberg, Zentrum für
Radiologie und Nuklearmedizin im Kreiskrankenhaus Grevenbroich, 41515 Grevenbroich

Dipl.-Ing. Uwe Henke, SynerGain Management Consultants, 41352 Korschenbroich

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