ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2013Frage der Woche an . . . Dr. med. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Dr. med. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes

Wie sieht der Tarifkompromiss mit Helios aus, und wie beurteilen Sie den Kauf der 43 Rhön-Krankenhäuser?

Dtsch Arztebl 2013; 110(39): [4]

Flintrop, Jens

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Kurz nachdem der Marburger Bund sich mit Helios auf einen neuen Konzerntarifvertrag geeinigt hat, wird bekannt, dass die Fresenius-Tochter 43 Krankenhäuser und 15 medizinische Versorgungszentren von Rhön übernimmt.

Wie sieht der Tarifkompromiss mit Helios aus, und wie beurteilen Sie den Kauf der 43 Rhön-Krankenhäuser?

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Botzlar: Zunächst zum Tarifabschluss: Die Gehälter der Ärztinnen und Ärzte in den Helios-Akutkliniken steigen rückwirkend zum 1. Januar 2013 um 2,6 Prozent. Zum 1. Januar 2014 werden die Gehälter um weitere 2,6 Prozent angehoben. Im gleichen prozentualen Umfang und zu den gleichen Zeiten erhöhen sich die Stundenentgelte der Ärzte für unständige Entgeltbestandteile wie Bereitschaftsdienste und Überstunden. Die Vertragspartner einigten sich auch darauf, die für Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Kliniken geltende Urlaubsregelung zu übernehmen. Helios-Ärzte haben vom 1. Januar 2014 an ab dem siebten Jahr ärztlicher Tätigkeit Anspruch auf 30 Tage Erholungsurlaub pro Jahr. Für Ärzte mit weniger Berufserfahrung beträgt der Urlaubsanspruch mit Beginn des nächsten Jahres 29 Tage. Für das Jahr 2013 besteht generell ein Anspruch auf Erholungsurlaub von 30 Tagen. Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Ich denke, er kann sich auch im Vergleich zu anderen Tarifbereichen durchaus sehen lassen. Wir wären auch bereit gewesen, weitere Schritte in Richtung Überleitung in den kommunalen Tarifvertrag zu unternehmen, allerdings nicht um den Preis von Verschlechterungen für die Ärzte. Seit April dieses Jahres hatte der Marburger Bund in vier Runden mit der Helios-Kliniken GmbH darüber verhandelt, wie die von Helios gewünschte Übernahme des kommunalen Ärzte-Tarifrechts gelingen kann. Die Helios-Geschäftsführung war allerdings nicht bereit, die vor Beginn der Verhandlungen getroffene Aussage, dass durch die Übernahme des kommunalen Tarifrechts keine Nachteile für die Helios-Ärzte entstehen würden, tarifvertraglich zu untermauern.

Was den Kauf von 43 Rhön-Kliniken betrifft, so erwarten wir von Helios, dass die Rechte der Mitarbeiter vollumfänglich gewahrt werden. Wir werden sehr genau hinschauen, welche Konsequenzen aus dem Deal für die Ärztinnen und Ärzte in den betroffenen Kliniken erwachsen und stehen unseren Mitgliedern beratend zur Seite. Wir haben Helios als durchaus anspruchsvollen Tarifpartner kennengelernt. Die neue Konstellation bietet aber auch die Chance zu einer neuen Verständigung über die notwendige Verbesserung von Arbeitsbedingungen. JF

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