Editorial

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Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 4/2013: 3

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Es ist wohl das Schlimmste, was einem Mediziner passieren kann: Durch einen Fehler, einen Irrtum stirbt ein Baby. Einem Studenten im praktischen Jahr (PJ) ist ein solcher Fehler unterlaufen. Ein Alptraum! Der Fall hat für Aufsehen gesorgt – nicht zuletzt, weil der PJler wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurde. Bisher dürften die meisten geglaubt haben, dass man für einen Fehler in der Ausbildung nicht belangt werden kann.

Dass das eine Fehleinschätzung ist, zeigt der Ausgang des Berufungsverfahrens: Das Urteil aus der ersten Instanz wurde bestätigt. PJler haben also sehr wohl eine individuelle Verantwortung. Allerdings ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen die Klinik. Vieles spricht dafür, dass es Organisationsmängel gab („Das kleinste Rad im Getriebe“, Seite 7).

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Der Fall hat vielen bewusstgemacht, was für ein risikoreicher Bereich die Medizin ist. Die eigenen Grenzen kennen, auch mal „Nein“ sagen, das eigene Handeln und das anderer hinterfragen – das kann Leben retten. Doch wer ermuntert Studierende zum Fragen? Könnte sich das noch verschärfen, wenn immer mehr Kliniken ihre PJler bezahlen? Setzt diese das unter Zugzwang? Wenn das so ist, sollten sich die Studierenden dagegen wehren. Eine Aufwandsentschädigung ist legitim und verpflichtet nicht dazu, alles mitzumachen. Die Vorstellungen gehen unterdessen auseinander („Faire Bezahlung für alle!“, Seite 22). Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden fordert eine einheitliche Höhe. Bei der Wahl der Klinik soll nicht das Geld entscheidend sein, sondern die Ausbildungsqualität.

Um die Qualität der Ausbildung geht es auch im Fakultätenranking des Hartmannbundes. Lesen Sie in diesem Heft, wie Ihr Studienort abgeschnitten hat („Witten/Herdecke hat die Nase vorn“, Seite 12).

Dr. med. Birgit Hibbeler

Redakteurin Deutsches Ärzteblatt

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