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Die Autoren danken Frau Dr. Lehmann für die Auseinandersetzung.

Zur Fragestellung: Die durchgeführte Analyse zum Gefährdungspotenzial von PRISCUS-Medikamenten stellt eine Subanalyse einer Studie dar, an der insgesamt mehr als 2 200 Notaufnahmepatienten einer intensivierten Arznei­mittel­therapie­sicherheitsprüfung prospektiv unterzogen wurden. Die Daten zu den jüngeren Patienten wurden nur der Vollständigkeit halber mit angegeben. Wie von Frau Dr. Lehmann richtig bemerkt, zeigt der PRISCUS-unabhängige Vergleich von jungen und älteren Patienten einen Anstieg von Medikationsfehlern und unerwünschten Arzneimittelereignissen im Alter.

Zum Untersuchungsansatz: Das Studiendesign einer prospektiv randomisiert placebokontrollierten Studie (RCT) ist für die vorliegende Fragestellung nicht durchführbar. Mittels der intensivierten Arzneimittelsicherheitsprüfung durch zwei unabhängige Expertenteams und einer zusätzlichen Stichprobe der als primär unauffällig befundeten Patientenakten wurde ein neuer Goldstandard in der klinischen Bewertung von unerwünschten Arzneimittelereignissen definiert. Wir weisen darauf hin, dass es nicht Ziel der Studie war, die Sicherheit der PRISCUS-Medikamente im Vergleich zu möglichen Alternativpräparaten zu evaluieren. Hier wäre ein RCT formal besser, wenn auch praktisch schwer umsetzbar gewesen.

Zur Klassifizierung: Es haben sich von den 166 Medikationsfehlern nur 52 klinisch manifestiert. In unseren Analysen unterscheiden wir zwischen Ereignisse aufgrund von Medikationsfehlern und Nebenwirkungen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch auftreten. Im Rahmen der vorliegenden Studie erarbeiteten wir, dass bisherige Klassifikationen von Medikationsfehlern und unerwünschten Arzneimittelereignissen an ihre Grenzen stoßen, wenn mehrere Arzneimittel zu einem unerwünschten Ereignis beitragen und dabei begleitend Medikationsfehler beobachtet werden (2).

Die Autoren sind mit Frau Dr. Lehmann der Meinung, dass die Arzneimitteltherapie insbesondere bei Risikopopulationen wie älteren, multimorbiden Patienten einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf. Der Fokus sollte daher nicht nur auf PRISCUS-Medikamente gerichtet werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0674b

Prof. Dr. med. Harald Dormann

Klinikum Fürth

Harald.Dormann@klinikum-fuerth.de

Interessenkonflikt

Die Autoren beider Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Dormann H, Sonst A, Müller F, Vogler R, et al.: Adverse drug events in older patients admitted as an emergency—the role of potentially inappropriate medication in elderly people (PRISCUS.) Dtsch Arztebl Int 2013; 110(13): 213–9 VOLLTEXT
2.
Bürkle T, Müller F, Patapovas A, et al.: A new approach to identify, classify and count drug-related events. Br J Clin Pharmacol 2013; 76(Suppl S1): 56–68 CrossRef MEDLINE
1.Dormann H, Sonst A, Müller F, Vogler R, et al.: Adverse drug events in older patients admitted as an emergency—the role of potentially inappropriate medication in elderly people (PRISCUS.) Dtsch Arztebl Int 2013; 110(13): 213–9 VOLLTEXT
2.Bürkle T, Müller F, Patapovas A, et al.: A new approach to identify, classify and count drug-related events. Br J Clin Pharmacol 2013; 76(Suppl S1): 56–68 CrossRef MEDLINE

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