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Wir danken Herrn Dr. Hofmeister für diese wichtige Ergänzung und den Hinweis auf die erfolgreiche Intervention der Kollegen in Rostock. In der Tat gibt es erste wenige Maßnahmen zur Verbesserung körperlicher und psychischer Aspekte der Gesundheit langzeitarbeitsloser Menschen mit wissenschaftlicher Evidenz für einen positiven Effekt. Zunächst möchten wir jedoch darauf hinweisen, dass Adipositas jenseits „vermehrter muskulärer Inaktivität“ ein multifaktoriell verursachtes Geschehen ist – einige dieser Faktoren wurden in unserem Beitrag kurz umrissen: Antriebslosigkeit bei depressiven Problematiken, erschwerter Zugang zu Gesundheitsleistungen und gesunder Ernährung, soziale Isolation und physiologische Reaktionen auf den Dauerstress von Langzeitarbeitslosigkeit können mitursächlich sein. Studien des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (1) zeigen, dass Arbeitslosengeld-II-Empfänger durchaus sehr aktiv sind. Gefragt sind somit Interventionen, die die Situation von Langzeitarbeitslosen ganzheitlich betrachten und die klaren Kriterien folgen. In den im Artikel (2) zitierten Originalarbeiten (Zitat Nr. 19, 38) gehen wir näher darauf ein. Die Prinzipien Settingansatz, Empowerment und Partizipation, von der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung als „Good Practice“ für die Gesund­heits­förder­ung für arbeitslose Menschen benannt (3), sind auch aus unserer Erfahrung essenziell: Settingansatz bedeutet, das Angebot „vor Ort“ zu machen. Empowerment meint Befähigung, gesundheitliche Belastungen besser zu erkennen und aus eigener Kraft wirkungsvoll Handlungsansätze zu entwickeln. Partizipation schließlich bedeutet, die Betroffenen aktiv in Findungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen; dies fördert Nachhaltigkeit. Für die Akzeptanz von Angeboten schließlich ist aus unserer Sicht vor allem ein vertrauensvoller, möglichst persönlicher Kontakt zu den Langzeitarbeitslosen wichtig, z. B. durch pädagogisch geschulte Mitarbeiter der entsprechenden Einrichtungen (4). Ein guter Beziehungsaufbau ist Voraussetzung für eine gelingende Motivation zu gesundheitsförderlichem Verhalten.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0678b

Für die Autoren:

Prof. Dr. med. Peter Angerer

Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin, Medizinische Fakultät

Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf

peter.angerer@uni-duesseldorf.de

Interessenkonflikt

Dr. Herbig und Prof. Angerer bekamen Drittmittel für die wissenschafltliche Evaluation des Forschungsprojekts AmigA-M vom BMAS/Job Center, München.

Prof. Dragano erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Beste J, Bethmann A, Trappmann M: ALG-II-Bezug ist nur selten ein Ruhekissen. IAB-Kurzbericht 15. Nürnberg 2010.
2.
Herbig B, Dragano N, Angerer P: Health in the long-term unemployed. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(23–24): 413–9 VOLLTEXT
3.
Arbeitsgemeinschaft Gesundheitliche Chancengleichheit:
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/gesundheitsfoerderung-bei-arbeitslosen/gute-praxis/ (last accessed on 31 July 2013).
4.
Heinmüller M, Liel K, Angerer P, Gündel H, Geldermann B,
Gottwald M, Kimil A, Limm H: Gesundheits-Coaching in der
Arbeitsmarktintegration – Evaluation eins Qualifizierungskonzepts. [Health Coaching as a Part of Integration into the Job Market—
Evaluation of a Qualification Concept.] Gesundheitswesen 2013 Jun 18. [Epub ahead of print].
1.Beste J, Bethmann A, Trappmann M: ALG-II-Bezug ist nur selten ein Ruhekissen. IAB-Kurzbericht 15. Nürnberg 2010.
2.Herbig B, Dragano N, Angerer P: Health in the long-term unemployed. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(23–24): 413–9 VOLLTEXT
3.Arbeitsgemeinschaft Gesundheitliche Chancengleichheit:
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/gesundheitsfoerderung-bei-arbeitslosen/gute-praxis/ (last accessed on 31 July 2013).
4.Heinmüller M, Liel K, Angerer P, Gündel H, Geldermann B,
Gottwald M, Kimil A, Limm H: Gesundheits-Coaching in der
Arbeitsmarktintegration – Evaluation eins Qualifizierungskonzepts. [Health Coaching as a Part of Integration into the Job Market—
Evaluation of a Qualification Concept.] Gesundheitswesen 2013 Jun 18. [Epub ahead of print].

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