BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung - Bundes­ärzte­kammer

Nationale VersorgungsLeitlinie „Therapie des Typ-2-Diabetes“ veröffentlicht

Dtsch Arztebl 2013; 110(40): A-1875 / B-1655 / C-1623

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Mitteilungen

Im Rahmen des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) steht die NVL „Therapie des Typ-2-Diabetes“1 seit September 2013 im Internet bereit: www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_therapie.

Hintergrund und Inhalte

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL-Programm) steht unter der Trägerschaft von Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Mit der Durchführung wurde das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) beauftragt. Zu ausgewählten Krankheitsbildern arbeiten Expertengruppen verschiedener Organisationen zusammen, um im Rahmen der strukturierten Versorgung chronisch kranker Menschen die angemessene und evidenzbasierte ärztliche Versorgung darzustellen.

Die NVL „Therapie des Typ-2-Diabetes“ ist Bestandteil eines umfangreichen NVL-Konzepts zum Thema Diabetes. Sie ergänzt die bisher veröffentlichten Module zu Fuß-, Netzhaut-, Nieren- und Nervenkomplikationen sowie zur Schulung bei Diabetes. Die NVL beschreibt neben Empfehlungen zur Diagnostik und nichtmedikamentösen Behandlung insbesondere die Pharmakotherapie des Typ-2-Diabetes.

Tabelle 1: Themenschwerpunkte der NVL „Therapie des Typ-2-Diabetes“ *

Themenschwerpunkte der NVL „Therapie des Typ-2-Diabetes“ *
Tabelle 1
Themenschwerpunkte der NVL „Therapie des Typ-2-Diabetes“ *

Empfehlungen zur Pharmakotherapie: Aufgrund unterschiedlicher Konzepte der Experten der die Inhalte der NVL verantwortenden Organisationen – inklusive unterschiedlicher Interpretation und unterschiedlicher klinischer Gewichtung der berücksichtigten Evidenz – konnte bei einzelnen Schritten der Pharmakotherapie des Typ-2-Diabetes keine Einigung erreicht werden. DDG/DGIM bzw. AkdÄ/ DEGAM empfehlen ein in einigen Punkten voneinander abweichendes therapeutisches Vorgehen.

Der Dissens spiegelt die Komplexität einer noch unzureichend untersuchten Krankheit und deren Behandlung wider. Es besteht in diesem Sinne auch die gemeinsame Überzeugung, dass Nationale VersorgungsLeitlinien nicht nur Einigkeit, sondern auch Divergenzen begründet transparent formulieren sollten. Dies hilft auch im nationalen Interesse der Politik, der Ärzteschaft, Kostenträgern und den betroffenen Patienten Problemfelder und Forschungsbedarf aufzuzeigen.

1Autoren der NVL: H. H. Abholz (DEGAM), G. Egidi (DEGAM), A. Gries (AkdÄ), N. Haller (VDBD), R. Landgraf (DDG/DGIM), H. Loskill (BAG Selbsthilfe), St. Matthaei (DDG/DGIM),
U. A. Müller (AkdÄ), J. Spranger (AkdÄ), A. Suchowerskyj (DDB), M. Toeller (DDG) – Mitautorin, Kapitel Ernährungstherapie.

 Beteiligte: C. Khan, F. Greiner, B. Weikert, S. Weinbrenner (alle ÄZQ – Redaktion), I. Kopp (AWMF – Moderation), G. Ollenschläger (ÄZQ – Koordination, Moderation, Endredaktion).


Zusammenfassung der Empfehlungen

Zusammenfassung der Empfehlungen
Tabelle 2a
Zusammenfassung der Empfehlungen
Zusammenfassung der Empfehlungen
Tabelle 2b
Zusammenfassung der Empfehlungen

Grundsätze der Wirkstoffauswahl: Bei der Wirkstoffauswahl zur antidiabetischen Therapie sind neben der Beachtung von Zulassung und Kontraindikationen prinzipiell folgende Kriterien zu berücksichtigen:

  • Beleg der Wirksamkeit anhand klinisch relevanter mikro- und makrovaskulärer Endpunkte; Eignung von Wirkungsmechanismus, Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil (z. B. Risiko von Hypoglykämien und Gewichtszunahme), Arzneimittelinteraktionen und Pharmakokinetik für die individuelle Indikationsstellung; individuelle Wirkung und Verträglichkeit; Patientenpräferenzen und Patientensicherheit.

Kontrollierte Studien mit klinischen Endpunkten (Tod, Infarkt, Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Amputation u. a.) sind das wichtigste Instrument zum Wirksamkeitsnachweis einer Therapie und daher auch wichtigste Grundlage aller Therapieentscheidungen.

Orale Antidiabetika mit gesicherter günstiger Beeinflussung klinischer Endpunkte:

  • Metformin, Sulfonylharnstoffe (SH).

Orale Antidiabetika ohne gesicherte günstige Beeinflussung klinischer Endpunkte:

  • Alpha-Glukosidasehemmer, DPP-4-Inhibitoren (Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren, Gliptine), SGLT2-Inhibitoren (Gliflozine), Glinide, Glitazone (Thiazolidendione).

Parenterale Antidiabetika ohne gesicherte günstige Beeinflussung klinischer Endpunkte

  • GLP-1-Rezeptoragonisten (Inkretinmimetika, GLP-1-Analoga).

In Deutschland nicht zugelassene Wirkstoffe werden in der vorliegenden NVL nicht diskutiert.

Zusammenfassung der Empfehlungen
Tabelle 2c
Zusammenfassung der Empfehlungen

Insulin ist das älteste und effektivste Medikament zur Glukosesenkung. Heute werden fast nur noch Humaninsuline und daraus entwickelte Insulinanaloga angewandt. Zur Gruppe der Humaninsuline gehören die sogenannten Normalinsuline und die Verzögerungsinsuline (NPH-Insuline, Neutrales Protamin Hagedorn). Zur Gruppe der Insulin-Analoga zählen die kurzwirksamen Insulinanaloga Insulin lispro, Insulin aspart und Insulin glulisin sowie die langwirksamen Insulinanaloga Insulin glargin und Insulin detemir. Weiterhin stehen Mischinsuline zur Verfügung.

Algorithmus 1: Grundzüge der Behandlung des Typ-2-Diabetes (Algorithmus A.2. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Verweisen und Begründungen)

Grundzüge der Behandlung des Typ-2-Diabetes (Algorithmus A.2. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Verweisen und Begründungen)
Algorithmus 1
Grundzüge der Behandlung des Typ-2-Diabetes (Algorithmus A.2. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Verweisen und Begründungen)

Algorithmus 2: Medikamentöse Therapie des Typ-2-Diabetes (Algorithmus A.5. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Anmerkungen, Verweisen, Abkürzungen, Begründungen)

Medikamentöse Therapie des Typ 2-Diabetes (Algorithmus A.5. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Anmerkungen, Verweisen, Abkürzungen, Begründungen)
Algorithmus 2
Medikamentöse Therapie des Typ 2-Diabetes (Algorithmus A.5. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Anmerkungen, Verweisen, Abkürzungen, Begründungen)

Korrespondenzadresse:

C. Khan – Internistin, Prof. Dr. Dr. med. G. Ollenschläger

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (Gemeinsames Institut von BÄK und KBV)

TiergartenTower, Straße des 17. Juni 106–108; 10623 Berlin. E-Mail: mail@azq.de

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Themenschwerpunkte der NVL „Therapie des Typ-2-Diabetes“ *
Tabelle 1
Themenschwerpunkte der NVL „Therapie des Typ-2-Diabetes“ *
Zusammenfassung der Empfehlungen
Tabelle 2a
Zusammenfassung der Empfehlungen
Zusammenfassung der Empfehlungen
Tabelle 2b
Zusammenfassung der Empfehlungen
Zusammenfassung der Empfehlungen
Tabelle 2c
Zusammenfassung der Empfehlungen
Grundzüge der Behandlung des Typ-2-Diabetes (Algorithmus A.2. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Verweisen und Begründungen)
Algorithmus 1
Grundzüge der Behandlung des Typ-2-Diabetes (Algorithmus A.2. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Verweisen und Begründungen)
Medikamentöse Therapie des Typ 2-Diabetes (Algorithmus A.5. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Anmerkungen, Verweisen, Abkürzungen, Begründungen)
Algorithmus 2
Medikamentöse Therapie des Typ 2-Diabetes (Algorithmus A.5. der Originaldokumente – dort weitere Informationen zu den Anmerkungen, Verweisen, Abkürzungen, Begründungen)

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