ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2013Notfallkontrazeption: „Pille danach“: DrEd schafft Fakten

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Notfallkontrazeption: „Pille danach“: DrEd schafft Fakten

Dtsch Arztebl 2013; 110(40): A-1829 / B-1617 / C-1589

Krüger-Brand, Heike E.

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Über die Londoner Online-Praxis DrEd können Frauen künftig auch ohne das Aufsuchen eines Arztes vor Ort ein Rezept für die „Pille danach” erhalten und wenig später in einer lokalen deutschen Apotheke abholen. Das neue Angebot bietet die virtuelle Arztpraxis in Zusammenarbeit mit dem Patientenservice Ordermed an, der in Deutschland mit circa 750 Partnerapotheken fast flächendeckend vertreten ist.

Betroffene Frauen füllen online auf der Website www.dred.com einen Anamnesebogen aus. Stellt der konsultierte Arzt ein Privatrezept aus, wählt die Patientin eine der Partnerapotheken aus. Diese erhält, da es sich um eine zeitkritische Notfallverhütung handelt, das Rezept per Fax und den Botenauftrag der Patientin. Das Originalrezept wird per Post an die Apotheke versandt. Für die Beratung und das Privatrezept müssen die Patientinnen bei DrEd 25 Euro zahlen. Hinzu kommen knapp 20 Euro für das Präparat „PiDaNa“ in der Apotheke.

In Deutschland wird das Thema kontrovers diskutiert. Im Mai hatte der Gesundheitsausschuss des Bundestages die Freigabe einer Notfallkontrazeption abgelehnt und dies mit der Notwendigkeit einer ärztlichen Beratung begründet. Ähnlich sehen das die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Berufsverband der Frauenärzte.

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Der Deutsche Apothekertag hatte zuletzt für die Rezeptfreiheit der „Pille danach“ votiert. Meldungen zufolge hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte aufgefordert, sich im Januar 2014 erneut mit der Rezeptpflicht zu befassen. In Nachbarländern wie Österreich, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden ist die „Pille danach“ rezeptfrei erhältlich. KBr

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