ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2013Hypertonie: Der sportlich aktive Hypertoniker
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Die neuen Arzneimittelempfehlungen der europäischen Gesellschaften für Hypertonie und Kardiologie (ESH/ESC) zur Therapie des Bluthochdrucks wurden im DÄ dankenswerterweise vorgestellt. Die teilweise neuen Empfehlungen für Subgruppen von Hypertonikern mit bestimmten Merkmalen oder Begleiterkrankungen wurden in einer umfangreichen Tabelle dargestellt. Hier sollten noch Empfehlungen für den sportlich aktiven Hypertoniker, beziehungsweise für die Patienten, denen wir eine vermehrte körperliche Aktivität als Allgemeinmaßnahme empfehlen, hinzugefügt werden. Betablocker sind wegen der reduzierten subjektiven und objektiven Leistungsfähigkeit weniger zu empfehlen. Calciumantagonisten (Dihydropyridine) zeigen zumindest in der Monotherapie unter vermehrter körperlicher Aktivität eine noch stärkere Ödemneigung als bei Inaktiven. Diuretika sind wegen der Stoffwechseleffekte aber wegen der potenziellen Elektrolytveränderungen (Hypokaliämie) und deren Auswirkungen auf die muskuläre Leistungsfähigkeit für den sportlich aktiven Hypertoniker problematisch.

Für den körperlich aktiven Hypertoniker bieten sich ACE-Hemmer und Angiotensinrezeptorblocker (Sartane) an. Sie beeinflussen weder die Energiegewinnung noch die Leistungsfähigkeit. Ob unter verstärkter körperlicher Aktivität die Prävalenz des ACE-Hemmer-Hustens steigt und deshalb an erster Stelle Angiotensinrezeptorblocker empfohlen werden sollten, ist noch nicht abschließend geklärt.

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Die Empfehlung, die körperliche Aktivität zu steigern, kann und sollte fast allen Hypertonikern gegeben werden. Diese Gruppe ist wesentlich größer als viele andere Subgruppen der Tabelle (zum Beispiel Schwangerschaft, Aortenaneurysma, afrikanische Herkunft etc.) und könnte somit auch von einer „Arzneimittelempfehlung für bestimmte Situationen“ profitieren.

Prof. Dr. med. Burkhard Weisser,
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Sportwissenschaft, 24118 Kiel

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