ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2013Gendiagnostik: Gewinn oder Behinderung?
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Ich war 15 Jahre in der Humangenetik in Großbritannien tätig und habe dort eng mit dem Berufsstand der Genetic Counsellors zusammengearbeitet. Meine Erfahrungen waren nicht immer positiv.

Stammbäume, die von GCs erhoben wurden, musste ich oft nachkontrollieren und ergänzen. GCs wollten meist in der genetischen Beratung psychosoziale Aspekte beleuchten, während ich bemüht war, genetische Inhalte zu vermitteln und Diagnosen zu stellen, was oft zu Interessenkonflikten führte und die Beratung manchmal erschwerte und verlängerte. Natürlich war es hilfreich, jemanden zu haben, der beim Blutabnehmen helfen und Kinder beschäftigen konnte, während ich mit den Eltern redete. Auch durften in manchen Zentren die GCs eigenständig genetische Beratungen durchführen, zum Beispiel für tumorgenetische Fragestellungen. Ich habe mich jedoch oft gefragt, wie viele seltene tumorgenetische Syndrome dabei übersehen werden, weil die Patienten nicht entsprechend von einem Arzt untersucht werden. Letztendlich muss der Arzt die Verantwortung für die Beratung durch den GC tragen . . . Für mich besteht die Lösung des Problems nicht in der Einführung von GCs in Deutschland, sondern darin, mehr Humangenetiker auszubilden und zuzulassen.

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Dr. med. Kristin Becker, FRCP, Labor Krone,
32105 Bad Salzuflen

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