Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Dieser Artikel hat Irritationen hervorgerufen. So ist von der ersten Zeile an beziehungsweise schon im Titel von der „Mitgabe“ die Rede: Dies impliziert die Aushändigung eines Substitutionsmedikamentes aus der ärztlichen Praxis beziehungsweise auch aus dem Stationsbetrieb eines Krankenhauses zur eigenverantwortlichen Einnahme durch den Patienten. Dieses Prozedere ist in der BtMVV (§ 5) nicht vorgesehen und somit in der Logik des Betäubungsmittelrechts nicht statthaft.

Die Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer vom 19. 2. 2010 ist hier in Nr. 9 Satz 3 eindeutig und klar: „Eine Mitgabe von Substitutionsmitteln aus dem Praxisbestand ist hingegen strafbar.”

Weiterhin berichten die Autoren, dass auch Patienten von zehn Psychiatrischen Kliniken an der Untersuchung teilgenommen haben. Eine Mitgabe aus dem Stationsbedarf wäre rechtlich nicht zulässig und die berufsrechtlichen Vorgaben einer Richtlinie gelten selbstverständlich auch für den stationären Bereich.

Zur Frage der Methodik beschreiben die Autoren: „Zum Zeitpunkt der Befragung waren 5 032 substituierte Patienten bei der Ärztekammer registriert.”

Es besteht gemäß § 5a Absatz 2 der Betäubungsmittelverordnung die Pflicht eines jeden substituierenden Arztes, den Beginn und das Ende einer Substitutionsbehandlung unverzüglich codiert an das Substitutionsregister beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn zu übermitteln.

Die Nichtbeachtung dieser Vorschrift stellt gemäß § 17 (a.a.O.) eine Ordnungswidrigkeit dar. Aufgrund dieser Verpflichtung kann allein das BfArM bundes- und landesweit die Anzahl der gemeldeten Substitutionsfälle ermitteln.

Somit sind die beschriebenen 5 032 substituierten Patienten bei keiner Ärztekammer registriert. Die beschriebenen Defizite schmälern leider die Verwertbarkeit der Gesamtaussage. Weitere Anmerkungen fallen leider der Umfangsgrenze der Autorenrichtlinie des Deutschen Ärzteblattes zum Opfer.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0688b

Maja Böhm

Kassenärztliche Vereinigung Berlin

Andreas.vonBlanc@kvberlin.de

1.
Gutwinski S, Bald LK, Heinz A, Müller CA, Schmidt AK, Wiers C, Bermpohl F, Gallinat J: Take home maintenance medication in opiate dependence. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(23–24): 405–12 VOLLTEXT
1.Gutwinski S, Bald LK, Heinz A, Müller CA, Schmidt AK, Wiers C, Bermpohl F, Gallinat J: Take home maintenance medication in opiate dependence. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(23–24): 405–12 VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige