ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2013Sozialer Status und Teilnahme am Gesundheits-Check-up von Männern und Frauen in Deutschland

MEDIZIN: Originalarbeit

Sozialer Status und Teilnahme am Gesundheits-Check-up von Männern und Frauen in Deutschland

Ergebnisse der GEDA-Studie 2009 und 2010

Social status and participation in health checks in men and women in Germany—results from the German Health Update (GEDA), 2009 and 2010

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(41): 679-85; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0679

Hoebel, Jens; Richter, Matthias; Lampert, Thomas

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Hintergrund: Auf Basis repräsentativer Daten für Deutschland wurde untersucht, inwieweit die Teilnahme am Gesundheits-Check-up zur Krankheitsfrüherkennung mit verschiedenen Merkmalen des sozialen Status zusammenhängt.

Methode: Die Analysen basierten auf Daten der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) des Robert Koch-Instituts aus den Jahren 2009 und 2010. Es wurden Angaben zur Teilnahme am Gesundheits-Check-up von gesetzlich Krankenversicherten ab 35 Jahren ausgewertet (n = 26 555). Für die Analysen zum Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Teilnahmeverhalten wurden sowohl ein mehrdimensionaler Statusindex als auch die statusbildenden Einzelindikatoren (Bildung, Berufsstatus, Einkommen) herangezogen.

Ergebnisse: Insgesamt hatten 50,8 % der Männer ab 35 Jahren und 49,8 % der gleichaltrigen Frauen in den letzten zwei Jahren vor der Befragung am Gesundheits-Check-up teilgenommen. Dabei war ein niedriger Sozialstatus bei Männern und Frauen mit einer geringeren Teilnahme am Gesundheits-Check-up assoziiert (Männer: Odds Ratio [OR] = 0,59; 95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI]: 0,50–0,70; p < 0,001; Frauen: OR = 0,63; 95-%-KI: 0,55–0,72; p < 0,001). Diesen Sozialstatuseffekten lagen bei Männern und Frauen eigenständige Effekte der Einkommenssituation und des Berufsstatus zugrunde, wohingegen für den Bildungsstand kein unabhängiger Effekt auf das Teilnahmeverhalten festzustellen war.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen mit dem Gesundheits-Check-up schlechter erreicht werden als sozial besser gestellte. Bemühungen um eine Erhöhung der Teilnahme am Gesundheits-Check-up sollten unter anderem die aufgezeigten Unterschiede nach Einkommen und Berufsstatus berücksichtigen.

LNSLNS

Der frühzeitigen Diagnose und Behandlung von Erkrankungen wird für den individuellen Krankheitsverlauf ein hoher Stellenwert beigemessen (1, 2). Im Rahmen der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung in Deutschland wird mit der Gesundheitsuntersuchung nach § 25 Abs. 1 SGB V, dem sogenannten Gesundheits-Check-up, eine regelmäßige Untersuchung zur Krankheitsfrüherkennung in der Primärversorgung angeboten. Ab einem Lebensalter von 35 Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte jedes zweite Jahr Anspruch auf diese ärztliche Untersuchung zur Früherkennung von Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie deren Risikofaktoren (3). Mit allgemeinen Früherkennungsangeboten ist die Erwartung verbunden, dass häufig vorkommende Erkrankungen bereits in einem symptomlosen Vor- oder Frühstadium entdeckt und dadurch schwere Verläufe verhindert oder verzögert werden können (Sekundärprävention). Der bevölkerungsweite Erfolg von Maßnahmen zur Früherkennung dürfte allerdings unter anderem davon abhängen, inwieweit besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen mit entsprechenden Angeboten erreicht werden.

Zahlreiche Studien und Übersichtsarbeiten weisen übereinstimmend darauf hin, dass sozial Benachteiligte gegenüber sozial besser gestellten Personen ein erhöhtes Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden haben (46). Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei Personen mit niedrigem Sozialstatus ist unter anderem für Diabetes mellitus, Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems und entsprechende Risikofaktoren nachgewiesen (610). Daher wird im nationalen Gesundheitszieleprozess für Deutschland gefordert, Früherkennungsmaßnahmen wie den Gesundheits-Check-up verstärkt auf sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen auszurichten (11).

International und auch in Deutschland wurde vielfach belegt, dass Früherkennungsangebote von sozial schlechter gestellten Personen seltener wahrgenommen werden als von vergleichsweise besser gestellten (1220). Diese Ergebnisse beziehen sich jedoch vorwiegend auf Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. Im Hinblick auf die Teilnahme am Gesundheits-Check-up in Deutschland liegen zwar einzelne Studienergebnisse vor (2023), diese lassen allerdings bislang kein konsistentes Bild hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Merkmalen des sozialen Status und der Beteiligung an diesem Präventionsangebot erkennen. Für den vorliegenden Beitrag wurde auf Basis aktueller repräsentativer Daten für Deutschland der Frage nachgegangen, inwieweit die Teilnahme am Gesundheits-Check-up bei anspruchsberechtigten Personen mit dem sozialen Status zusammenhängt. Dafür wurden zunächst Analysen mit einem mehrdimensionalen Statusindex durchgeführt, um anschließend die relative Bedeutung einzelner Dimensionen des sozialen Status (Bildung, Berufsstatus, Einkommen) zu untersuchen. Ein besonderes Augenmerk galt der Frage, ob sich Zusammenhänge zwischen Merkmalen des sozialen Status und der Teilnahme am Gesundheits-Check-up zwischen Männern und Frauen unterscheiden.

Methode

Die Analysen basierten auf Daten der Querschnittstudie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA), die regelmäßig vom Robert Koch-Institut durchgeführt wird. Für die Auswertungen wurden Daten der Erhebungswellen 2009 und 2010 gepoolt, um die Aussagekraft der Ergebnisse zu erhöhen und spezifische Subgruppenanalysen zu ermöglichen. Beide Erhebungen basieren auf Zufallsstichproben von Telefonnummern aus dem deutschen Festnetz, die mithilfe des Gabler-Häder-Verfahrens generiert wurden. Die Grundgesamtheit bildeten Erwachsene in Deutschland, die in Privathaushalten lebten und über einen Festnetzanschluss erreichbar waren. In den Zeiträumen von Juli 2008 bis Juni 2009 (GEDA 2009) sowie von September 2009 bis Juli 2010 (GEDA 2010) wurden insgesamt 43 312 Personen computergestützt per Telefon zu gesundheitsbezogenen Themen und soziodemografischen Merkmalen befragt. Die Response Rate 3 nach AAPOR (24), eine international verwendete Standarddefinition für die Berechnung der Stichprobenausschöpfung, lag bei 29,1 % in GEDA 2009 und 28,9 % in GEDA 2010. Die Kooperationsrate, bezogen auf alle kontaktierten Zielpersonen, betrug 51,2 % für GEDA 2009 und 55,8 % für GEDA 2010. Weitere Informationen zu Inhalten und Methode der Studie finden sich in den jeweiligen GEDA-Ergebnisberichten (25, 26). Für die Analysen wurden ausschließlich Personen ab 35 Jahren betrachtet, die gesetzlich krankenversichert waren und damit einen rechtlichen Anspruch auf den zweijährlichen Gesundheits-Check-up hatten (n = 26 555). Anhand von Angaben der Befragten wurde eine binäre Variable für die Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung gebildet.

Der soziale Status wurde mit einem mehrdimensionalen Index erfasst, der auf Angaben der Befragten zu ihrer schulischen und beruflichen Bildung, zur beruflichen Stellung sowie zum Nettoäquivalenzeinkommen basierte (27). Für die Indexbildung wurden diese Statusmerkmale zunächst in drei metrische Subskalen mit einem Wertebereich von 1,0 bis 7,0 transformiert. Anschließend wurden die Punktwerte der Subskalen zu einem Summenscore mit einem Wertebereich von 3,0 bis 21,0 addiert. Für die Analysen wurde eine verteilungsbasierte Kategorisierung des Index vorgenommen, wobei die Gruppen mit niedrigem und hohem Sozialstatus jeweils 20 % und die mit mittlerem Sozialstatus 60 % der Bevölkerung umfassten.

Die Verwendung dieses additiven Statusindex ermöglicht es, kumulative Effekte der Einzeldimensionen Bildung, Berufsstatus und Einkommen zu erkennen. Dennoch können Effekte einzelner Sozialstatusdimensionen durch die Verwendung eines Statusindex auch maskiert werden, und die relative Bedeutung einzelner Statusdimensionen wird verdeckt (28). Daher wurden die Einzeldimensionen des sozialen Status in zusätzlichen Analysen separat betrachtet.

Auf Basis der international verwendeten CASMIN-Bildungsklassifikation wurden die Befragten anhand ihrer schulischen und beruflichen Abschlüsse drei hierarchisch angeordneten Bildungsgruppen zugewiesen (29, 30). Die Einkommenssituation der Befragten wurde über das Nettoäquivalenzeinkommen bestimmt. Dafür wurde eine Bedarfsgewichtung des Haushaltsnettoeinkommens mit Hilfe der neuen OECD-Äquivalenzskala vorgenommen, um Einsparungen durch gemeinsames Wirtschaften in Mehrpersonenhaushalten zu berücksichtigen (31). Fehlende Einkommenswerte wurden in der GEDA-Studie durch ein multiples Regressionsverfahren imputiert (27). Ausgehend vom Median des Nettoäquivalenzeinkommens (1 374 Euro) wurden drei Einkommensgruppen gebildet: < 60 %, 60 bis < 150 % und ≥ 150 % des Medianeinkommens (31). Der Berufsstatus wurde mit Hilfe des International Socio-Economic Index of Occupational Status (ISEI) gemessen, der Punktwerte von 16 bis 90 annehmen kann (32). Für die Auswertungen wurde eine verteilungsbasierte Kategorisierung in jeweils eine Gruppe von Befragten mit niedrigem (1. Quintil), mittlerem (2. bis 4. Quintil) und hohem (5. Quintil) Berufsstatus vorgenommen (Tabelle 1).

Beschreibung der Stichprobe anhand zentraler Analysemerkmale
Beschreibung der Stichprobe anhand zentraler Analysemerkmale
Tabelle 1
Beschreibung der Stichprobe anhand zentraler Analysemerkmale

In der deskriptiven Analyse wurden geschlechtsspezifische Teilnahmequoten für den Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung – differenziert nach Alter und Sozialstatus – mittels Kreuztabellenanalyse berechnet und mit Hilfe von 95-%-Konfidenzintervallen (KI) und Pearson’s χ2-Tests auf statistisch signifikante Unterschiede überprüft. In den multivariaten Analysen wurden binär logistische Regressionen für die Teilnahme am Gesundheits-Check-up mit den Sozialstatusindikatoren als Prädiktoren getrennt für Männer und Frauen berechnet. Als Kontrollvariablen wurden zunächst das Lebensalter und in weiteren Analysen zusätzlich das Zusammenleben in Partnerschaft (ja/nein), der selbst eingeschätzte Gesundheitszustand (gut bis sehr gut/mittelmäßig bis sehr schlecht) sowie kardiovaskuläre Risikofaktoren und bereits diagnostizierte Erkrankungen herangezogen. Diese Informationen basierten auf Selbstangaben der Befragten. Es wurde von Übergewicht ausgegangen, wenn der Body-Mass-Index ≥ 25 kg/m2 betrug (33). Bewegungsmangel wurde angenommen, wenn die Befragten weniger als 2,5 Stunden pro Woche körperlich aktiv waren (34). Zudem wurde zwischen (Gelegenheits-)Rauchern, Exrauchern und Nierauchern unterschieden. Informationen zu Vorerkrankungen basierten auf Angaben zu ärztlich diagnostizierten Krankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Depression und Niereninsuffizienz. Als Ergebnisse der binär logistischen Regressionen werden Odds Ratios (OR) mit 95-%-KI und p-Werten ausgewiesen. Die Analysen wurden mit den Prozeduren für Surveydaten der Statistiksoftware Stata 12.0 SE durchgeführt. Um repräsentative Aussagen treffen zu können, wurde die Stichprobe mit Hilfe eines Gewichtungsfaktors an die Alters-, Geschlechter-, Bildungs- und Regionalverteilung der Grundgesamtheit angepasst (25, 26).

Ergebnisse

Insgesamt nahm etwa die Hälfte aller anspruchsberechtigten Männer und Frauen in Deutschland innerhalb der letzten zwei Jahre am Gesundheits-Check-up teil. Dabei zeichnete sich ein deutlicher Anstieg der Teilnahmequoten mit zunehmendem Lebensalter ab, der bei Männern stärker ausgeprägt war als bei Frauen (Tabelle 2). Während sich die Teilnahmequoten von Männern und Frauen im Alter bis 54 Jahre nicht unterschieden, beteiligten sich Männer ab 55 Jahren häufiger am Gesundheits-Check-up als gleichaltrige Frauen.

Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Alter und Sozialstatus bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Alter und Sozialstatus bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Tabelle 2
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Alter und Sozialstatus bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen

Die Ergebnisse lassen zudem erkennen, dass die Teilnahme am Gesundheits-Check-up mit dem sozialen Status zusammenhängt (Tabelle 2). Insgesamt beteiligten sich Anspruchsberechtigte mit niedrigem Sozialstatus seltener (45,3 %; 95-%-KI: 43,2–47,4) an diesem Präventionsangebot als diejenigen mit mittlerem (51,2 %; 95-%-KI: 50,2–52,2) und hohem Sozialstatus (53,5 %; 95-%-KI: 52,1–54,9). Dies war bei Frauen vorrangig im Alter bis 54 Jahre zu beobachten, während bei Männern die sozialstatusspezifischen Unterschiede ab einem Alter von 45 Jahren zutage traten und sich bis ins höhere Lebensalter fortsetzten (Grafik 1). Wurde der Einfluss des Alters statistisch adjustiert, hatten Männer mit niedrigem Sozialstatus eine nahezu halb so hohe statistische Chance, in den letzten zwei Jahren vor der Befragung am Gesundheits-Check-up teilgenommen zu haben, verglichen mit Männern mit hohem Sozialstatus (OR = 0,59; 95-%-KI: 0,50–70; p < 0,001). Auch für Frauen mit niedrigem Sozialstatus fiel diese Chance geringer aus als für Gleichaltrige mit hohem Sozialstatus (OR = 0,63; 95-%-KI: 0,55–0,72; p < 0,001). Während Männer mit mittlerem Sozialstatus ebenfalls eine geringere Teilnahmechance aufwiesen als Gleichaltrige mit hohem Sozialstatus (OR = 0,79; 95-%-KI: 0,71–0,88; p < 0,001), war dies für Frauen nicht gleichermaßen zu beobachten (OR = 0,92; 95-%-KI: 0,84–1,00; p = 0,058),

Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Sozialstatus und Alter bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Sozialstatus und Alter bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Grafik 1
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Sozialstatus und Alter bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen

Um zu analysieren, ob das Vorliegen lebensstilbezogener Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes mellitus den Zusammenhang zwischen sozialem Status und Teilnahmeverhalten moderiert, wurden entsprechende Subgruppenanalysen durchgeführt. Dafür wurden die Odds Ratios getrennt berechnet für

  • Befragte mit Übergewicht oder Adipositas
  • Befragte mit Bewegungsmangel
  • Befragte, die derzeit rauchen oder früher geraucht haben (Grafik 2).
Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen, stratifiziert nach Risikogruppen (altersadjustierte Odds Ratios mit 95-%-Konfidenzintervallen
Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen, stratifiziert nach Risikogruppen (altersadjustierte Odds Ratios mit 95-%-Konfidenzintervallen
Grafik 2
Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen, stratifiziert nach Risikogruppen (altersadjustierte Odds Ratios mit 95-%-Konfidenzintervallen

Die Effektstärken des sozialen Status innerhalb dieser Risikogruppen unterschieden sich nicht von denjenigen in der Gesamtgruppe von anspruchsberechtigten Männern und Frauen.

In Tabelle 3 sind die Ergebnisse der logistischen Regressionen mit den Einzelindikatoren des sozialen Status dargestellt. Die ausgewiesenen Odds Ratios wurden um den Einfluss potenzieller Störvariablen bereinigt (Alter, Lebenspartnerschaft, allgemeiner Gesundheitszustand, kardiovaskuläre Risikofaktoren, Niereninsuffizienz, Depression). Wenn die drei Einzelindikatoren in separaten Regressionsmodellen betrachtet wurden (Modell 1), waren sowohl der Bildungsstand als auch der Berufsstatus und die Einkommenssituation bei Männern und Frauen mit der Teilnahme am Gesundheits-Check-up assoziiert. Der Statusindex ließ im Vergleich zu den Einzelindikatoren einen etwas stärkeren Effekt auf die Teilnahme erkennen. Wurden die Einzelindikatoren des sozialen Status wechselseitig adjustiert (Modell 2), blieben der Berufsstatus und das Einkommen mit dem Teilnahmeverhalten von Männern und Frauen assoziiert. Dabei zeigte sich bei Männern und Frauen, dass die Einkommenssituation am stärksten mit der Beteiligung am Check-up zusammenhing. Der Bildungsstand war nach Adjustierung für Berufsstatus und Einkommen nicht mehr von Bedeutung für das Teilnahmeverhalten von Männern und Frauen. In Ergänzung zu den nach Geschlecht stratifizierten Analysen wurden gemeinsame Regressionsmodelle für Männer und Frauen berechnet, in denen Wechselwirkungen zwischen dem Geschlecht und den Statusindikatoren geprüft wurden. Die Ergebnisse ließen keine Interaktion zwischen dem Geschlecht und den Merkmalen des sozialen Status im Hinblick auf die Beteiligung am Gesundheits-Check-up erkennen.

Odds Ratios für die Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen nach Merkmalen des sozialen Status (Ergebnisse binär logistischer Regressionen
Odds Ratios für die Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen nach Merkmalen des sozialen Status (Ergebnisse binär logistischer Regressionen
Tabelle 3
Odds Ratios für die Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen nach Merkmalen des sozialen Status (Ergebnisse binär logistischer Regressionen

Diskussion

Die Ergebnisse der GEDA-Studie weisen darauf hin, dass die Teilnahme am Gesundheits-Check-up in Deutschland mit dem sozialen Status von Männern und Frauen zusammenhängt. Anspruchsberechtigte Personen mit niedrigem Sozialstatus beteiligten sich seltener an diesem Präventionsangebot als statushöhere. Am stärksten waren bei Männern und Frauen die Einkommenssituation und der berufliche Status mit der Beteiligung am Gesundheits-Check-up assoziiert. Dabei wirkten sich diese Merkmale unabhängig voneinander auf das Teilnahmeverhalten aus. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, wie wichtig die im Rahmen des nationalen Gesundheitszieleprozesses für Deutschland formulierte Forderung ist, die Krankheitsfrüherkennung verstärkt auf sozial Benachteiligte auszurichten.

Die vorgelegten Ergebnisse bekräftigen eine Vielzahl internationaler Forschungsarbeiten, die übereinstimmend dokumentieren, dass Früherkennungsangebote von Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Sozialstatus weniger wahrgenommen werden als von statushöheren Gruppen (1216). Im Hinblick auf den Gesundheits-Check-up in Deutschland ließen frühere Studien allerdings nicht konsistent auf Zusammenhänge zwischen Merkmalen des sozialen Status und der Teilnahme an diesem Präventionsangebot schließen (2023). Eine denkbare Erklärung dafür könnte die Verwendung unterschiedlicher Statusindikatoren sein. In den vorherigen Arbeiten wurde überwiegend ein einzelner Statusindikator verwendet. Indessen ist die vorliegende Arbeit die erste deutschlandweit repräsentative Studie, die soziale Unterschiede in der Beteiligung am Gesundheits-Check-up anhand multipler Statusindikatoren untersucht hat. Möglicherweise hat sich die unterschiedliche Teilnahme verschiedener sozialer Gruppen aber auch erst im Verlauf der letzten Jahre herausgebildet. Zur Beantwortung dieser Frage sind allerdings Trendanalysen mit Merkmalen des sozialen Status erforderlich, die bislang nicht vorliegen.

Hinsichtlich der Validität der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass die zugrundeliegenden Daten auf Selbstangaben beruhen. Informationsverzerrungen bei der Erfassung der Untersuchungsmerkmale sind daher nicht auszuschließen. Beispielsweise könnte der Gesundheits-Check-up von den Befragten mit anderen ärztlichen Untersuchungen verwechselt worden sein. Ein Vergleich der Teilnahmequoten mit Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigt, dass die Teilnahmequoten der GEDA-Studie lediglich wenige Prozentpunkte über denjenigen der Abrechnungsdaten lagen (35). Des Weiteren ist zu beachten, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Personen mit Migrationshintergrund in den GEDA-Stichproben unterrepräsentiert waren, womit eine Selektionsverzerrung der Ergebnisse möglich ist.

Die Ergebnisse werfen die Frage auf, welche Mechanismen den beobachteten Einkommens- und Berufsstatuseffekten zugrundeliegen. Denkbar wäre, dass sich Zukunftsängste zwischen verschiedenen Einkommensgruppen dahingehend unterscheiden, dass Sorgen um künftige Gesundheitsprobleme bei geringem Einkommen hinter andere Existenzängste rücken, was zu einem geringeren gesundheitsbezogenen Vorsorgeverhalten führen könnte. Vermutlich ist zudem oftmals unbekannt, dass für den Gesundheits-Check-up keine Kosten von den Versicherten zu übernehmen sind. Daneben könnte sich die Wahrnehmung von geringen Entscheidungs- und Kontrollmöglichkeiten im Berufsleben darauf übertragen, wie eigene Einflussmöglichkeiten in anderen Lebensbereichen wie der Krankheitsprävention eingeschätzt und bewertet werden. Durch Erfahrungen mit geringen Handlungsspielräumen könnte sich eine fatalistische Grundeinstellung herausbilden, vor deren Hintergrund präventive Orientierungen subjektiv nicht sinnhaft erscheinen (36). Auch wenn die Ergebnisse keine eigenständigen Bildungseffekte erkennen lassen, dürfte sich der Bildungsstand indirekt auf das Teilnahmeverhalten auswirken, da individuelle Berufskarrieren und erzieltes Erwerbseinkommen stark vom jeweiligen Bildungserfolg abhängen (37). Dass sich keine eigenständigen Bildungseffekte abzeichneten, könnte allerdings auch methodische Ursachen haben. Die Bildungsvariable ist im Vergleich zu den Berufsstatus- und Einkommensvariablen deutlich anders verteilt, was sich insbesondere an der vergleichsweise stark besetzten Gruppe mit niedriger Bildung zeigt (Tabelle 1). Dies könnte die Ergebnisse zur relativen Bedeutung von Bildung, Beruf und Einkommen beeinflusst haben.

Neben den zugrundeliegenden Mechanismen sollten in künftigen Forschungsarbeiten die Wirkungen und mögliche Risiken von Maßnahmen zur allgemeinen Krankheitsfrüherkennung untersucht werden. Internationale Studien weisen darauf hin, dass mit allgemeinen Früherkennungsangeboten in der Primärversorgung bislang keine bedeutende Verminderung krankheitsbedingter Mortalität und Morbidität erzielt werden konnte (38). Als ein möglicher Grund dafür wird unter anderem die geringe Beteiligung von sozial Benachteiligten vermutet, da diese Bevölkerungsgruppen angesichts des erhöhten Krankheitsrisikos gesundheitlich am meisten von präventiven Maßnahmen profitieren dürften. Eine stärkere Beteiligung von Männern und Frauen mit geringem Einkommen und niedrigem Berufsstatus könnte also einen Beitrag dazu leisten, mit Präventionsangeboten wie dem Gesundheits-Check-up bevölkerungsweit relevante Effekte zu erzielen. Dafür müssen die Angebote allerdings angemessener auf diese Zielgruppe ausgerichtet werden.

Ärztinnen und Ärzte könnten sozial Benachteiligte gezielt ansprechen und darüber informieren, dass für den Gesundheits-Check-up keine Kosten oder Selbstbeteiligungen für gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren anfallen. Bei der Sozialanamnese sollten Fragen zur sozialen Lebenssituation der Patientinnen und Patienten daher nicht fehlen. Dieser Aspekt sollte in der medizinsoziologischen Ausbildung von Medizinstudierenden noch stärker thematisiert werden. Zudem könnten sich Einladungen zum Gesundheits-Check-up gezielt an sozial Benachteiligte richten und durch Terminvergabe- und Erinnerungssysteme im Praxismanagement ergänzt werden. Terminvergabe- und Erinnerungssysteme haben sich in verschiedenen Studien als Verfahren zur Steigerung der Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen erwiesen (39). Eine Verminderung der sozial bedingten gesundheitlichen Ungleichheit kann aber nicht alleinige Aufgabe der medizinischen Versorgung sein. Daneben bedarf es einer umfassenden sozialpolitischen Strategie, die an den komplexen Entstehungsursachen gesundheitlicher Ungleichheit wie den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen ansetzt (40).

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 11. 3. 2013, revidierte Fassung angenommen: 7. 5. 2013

Anschrift für die Verfasser
Jens Hoebel, M.Sc., Robert Koch-Institut
Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring
FG 24 Befragungssurveys und europäische Zusammenarbeit
General-Pape-Straße 62–64, 12101 Berlin
j.hoebel@rki.de

Zitierweise
Hoebel J, Richter M, Lampert T: Social status and participation in health checks in men and women in Germany—results from the German Health Update (GEDA), 2009 and 2010. Dtsch Arztebl Int 2013;
110(41): 679–85. DOI: 10.3238/arztebl.2013.0679

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Robert Koch-Institut, Berlin:
Hoebel, MSc, Dr. PH Lampert
Institut für Medizinische Soziologie, Medizinische Fakultät, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle
Prof. Dr. rer. soc. Richter

Danksagung
Die Autoren danken allen Befragten für ihre Teilnahme an der Studie und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Robert Koch-Instituts, die an der GEDA-Studie mitgewirkt haben.
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Sozialstatus und Alter bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Sozialstatus und Alter bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Grafik 1
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Sozialstatus und Alter bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen, stratifiziert nach Risikogruppen (altersadjustierte Odds Ratios mit 95-%-Konfidenzintervallen
Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen, stratifiziert nach Risikogruppen (altersadjustierte Odds Ratios mit 95-%-Konfidenzintervallen
Grafik 2
Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen, stratifiziert nach Risikogruppen (altersadjustierte Odds Ratios mit 95-%-Konfidenzintervallen
Beschreibung der Stichprobe anhand zentraler Analysemerkmale
Beschreibung der Stichprobe anhand zentraler Analysemerkmale
Tabelle 1
Beschreibung der Stichprobe anhand zentraler Analysemerkmale
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Alter und Sozialstatus bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Alter und Sozialstatus bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Tabelle 2
Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung nach Alter und Sozialstatus bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen
Odds Ratios für die Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen nach Merkmalen des sozialen Status (Ergebnisse binär logistischer Regressionen
Odds Ratios für die Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen nach Merkmalen des sozialen Status (Ergebnisse binär logistischer Regressionen
Tabelle 3
Odds Ratios für die Teilnahme am Gesundheits-Check-up in den letzten zwei Jahren vor der Befragung bei anspruchsberechtigten Männern und Frauen nach Merkmalen des sozialen Status (Ergebnisse binär logistischer Regressionen
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