ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2013Internetabhängigkeit: Neue Studie zur Prävalenz

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Internetabhängigkeit: Neue Studie zur Prävalenz

PP 12, Ausgabe Oktober 2013, Seite 436

Bühring, Petra

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Einer neuen Studie zufolge gibt es in Deutschland etwa 560 000 Internetabhängige. Das ist ein Prozent der Bevölkerung zwischen 14 und 65 Jahren. Dies ergab die Studie „Prävalenz der Internetabhängigkeit – Diagnostik und Risikoprofile“ (PINTA-DIARI) der Universität Lübeck, die vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium gefördert wurde.

Internetsüchtige Frauen sind vor allem exzessiv in sozialen Netzwerken aktiv. Foto: iStockphoto
Internetsüchtige Frauen sind vor allem exzessiv in sozialen Netzwerken aktiv. Foto: iStockphoto

Verantwortlich für Internetsucht sind demnach vor allem soziale Netzwerke und Online-Spiele. Computerspiele seien dabei primär ein Männerproblem, während internetsüchtige Frauen vor allem exzessiv in sozialen Netzwerken aktiv seien. Frauen und Männer seien insgesamt aber fast gleichermaßen vom Problem der Internetsucht betroffen.

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Die Zahlen der Studie bestätigen die Erkenntnisse einer älteren Untersuchung aus dem Jahr 2011, in der die Universität Lübeck die Verbreitung der Online-Sucht ganz ähnlich eingeschätzt hatte (PINTA). Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, forderte angesichts der Erkenntnisse zum Suchtpotenzial sozialer Netzwerke neue Ansätze in der Therapie. Die bisherigen Angebote müssten ausgebaut werden.

Zur Bestimmung der Internetabhängigkeit wurde in der Studie erstmals der Kriterienkatalog des 2013 neu erschienenen Diagnostischen und Statistischen Manuals für Psychische Störungen 5 (DSM-5) für die Internet-Spiel-Störung („Internet Gaming Disorder“) verwendet. Die Studie weist nach, dass mit einer Diagnose der Internetabhängigkeit häufig auch Persönlichkeitsstörungen, Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörungen verbunden sind. Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass die Internetabhängigkeit mit deutlichen negativen Auswirkungen auf das Sozialleben bis zur Arbeitsunfähigkeit verbunden ist. pb

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