ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2013Honorarverhandlungen: Bis zu 800 Millionen Euro mehr Honorar

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Honorarverhandlungen: Bis zu 800 Millionen Euro mehr Honorar

PP 12, Ausgabe Oktober 2013, Seite 437

Bühring, Petra

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Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten erhalten 2014 zwischen 590 und 800 Millionen Euro mehr Honorar. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband im Erweiterten Bewertungsausschuss geeinigt.

Der Orientierungswert wird vom 1. Januar 2014 an um 1,3 Prozent auf dann 10,13 Cent angehoben. Das entspricht einem Plus von 380 Millionen Euro. Außerdem hat der Bewertungsausschuss empfohlen, die Demografie- sowie die Morbiditätsrate um einen Wert zwischen 0,4 und 1,4 Prozent zu erhöhen. Geeinigt hat man sich auch auf eine weitere Förderung der Grundversorgung im hausärztlichen und im fachärztlichen Bereich mit je 70 Millionen Euro. Je nach Ausgang der noch kommenden regionalen Verhandlungen bringt dies einem Arzt im Durchschnitt 3 500 bis 5 000 Euro Umsatzzuwachs für 2014.

Psychotherapeuten profitieren nach Angaben der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) von den Honorarverhandlungen deutlich weniger als die Ärzte. Für Psychotherapeuten beispielsweise mit einem Jahresumsatz von 75 000 Euro bedeute die Anhebung des Orientierungswertes ein Mehr von rund 1 000 Euro. Hinzu kämen weitere maximal 200 Euro aus der Erhöhung der fachärztlichen Grundpauschale. Die sonstigen, regional ausgehandelten Honorarsteigerungen gingen an den Psychotherapeuten vorbei, weil sie sich nicht auf den Umsatz je Sitzung auswirkten. Für das Einkommen der Therapeuten zähle allein der Umsatz je Therapiesitzung, so die DPtV.

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„Die Schere der Einkommen zwischen den Ärzten und den Psychotherapeuten geht somit noch weiter auseinander“, kritisiert der DPTV-Bundesvorsitzende Dieter Best. Dabei lägen die Psychotherapeuten sowieso schon weit abgeschlagen an der untersten Stelle der Einkommenskala. pb

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