ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2013Psychisch Kranke: Rückzug der Psychiater
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. . . In der Universitätsstadt Hamburg beginnen Stadtteile mit schwieriger Sozialstruktur frei von Psychiatern zu werden, Psychiater ziehen sich auf rein psychotherapeutische Tätigkeit zurück, Kollegen mit Doppelqualifikation geben die Psychiatrie auf und bieten nur noch Neurologie an. Psychologische Psychotherapeuten zentrieren sich auf wenige, besonders angesagte Stadtteile, mehrheitlich sind sie nicht willens (oder fachlich befähigt?), Menschen mit der Diagnose zum Beispiel einer Schizophrenie oder einer Borderline-Persönlichkeitsstörung zu behandeln. Uns wird berichtet, dass die Patienten schon am Telefon „abgewimmelt“ werden, wenn sie ihre Diagnose nennen. Im Ergebnis sind Klagen darüber, dass es nicht gelingt, für psychisch schwer kranke Menschen einen Psychotherapeuten zu finden, in unserer Beratung Alltag. Dies ist die Situation in einer Groß- und Universitätsstadt, wie mag es auf dem Land aussehen?

Weitere Probleme in diesem Zusammenhang: Das Entlassmanagement fast aller Kliniken und die Zusammenarbeit mit dem ambulanten Bereich sind verbesserungswürdig. Wenn die Klinik bei Entlassung eine ambulante Psychotherapie befürwortet, sollte sie sich zur Art der Therapie äußern und den Kontakt zu einem geeigneten Therapeuten herstellen können . . .

Dr. Köhler von der KBV wird mit den Worten zitiert, die Anbieterstruktur sei gut. Das mag aus Anbietersicht ja so sein, aus Sicht der psychisch schwer erkrankten Menschen und ihrer Familien klingt das wie Hohn.

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Dr. med. Hans Jochim Meyer, Vorsitzender des Landesverbandes Hamburg e.V. der Angehörigen psychisch Kranker, 22607 Hamburg

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