ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2013Honorarsituation: Sehnsuchtsvoller Blick
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Nein, keine Neiddebatte aufkommen lassen, aber meiner Verwunderung über die Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden der KBV, Dr. med. Köhler, möchte ich doch Ausdruck verleihen. Er begrüßt die Einkommenssteigerungen für Ärzte und sieht sie als richtiges Signal auch für den Gewinn von Nachwuchs. Und er erklärt, die Erkenntnisse des Statistischen Bundesamtes zum geringen Einkommen der Psychotherapeuten analysieren und etwaige Folgerungen daraus in die Verhandlungen mit den Kassen einbringen zu wollen. Warum dies nicht schon in 2012 getan wurde, ist mir erst jetzt nach der Lektüre des Editorials klargeworden: Schlussfolgernd aus den Äußerungen Köhlers sind der KBV die Zahlen über das Einkommen der Psychotherapeuten bisher nicht bekannt gewesen. Es bedurfte erst der Feststellung des Statistischen Bundesamtes. Da die Zahlen für die KBV neu sind, habe ich auch vollstes Verständnis dafür, dass die Zahlen erst einmal analysiert werden müssen und dass man erst dann etwaige Schlussfolgerungen ziehen kann. Welche das dann sein werden, darauf bin ich sehr gespannt. Übrigens, 2012 habe ich nicht neidvoll auf die Einkommenssteigerungen der Ärzte geschaut. Nur sehnsüchtig. Sehnsüchtig deshalb, weil die 84 Cent, die man uns gerade einmal zugestanden hat, nicht meine tatsächlichen Kostensteigerungen abfangen, geschweige denn abdecken können. Sehnsüchtig deshalb, weil ich immer noch finde, dass die gute und verantwortungsvolle Arbeit von uns Psychotherapeuten und das, was wir für diese Gesellschaft leisten, nicht angemessen honoriert werden. Neid habe ich nicht empfunden, aber Ärger, als mir die Verhandlungsergebnisse 2012 offenbar wurden. Schon damals hatte ich das Gefühl, abgehängt worden zu sein. Und es ist mir bis heute noch nicht ganz klar, wer eigentlich die Verantwortung dafür trägt. Ich glaube aber, dass ich, nachdem ich das Editorial, für das ich herzlich danke, gelesen habe, eine Ahnung davon bekommen habe. Dass in mir nach dieser Lektüre das Gefühl zurückbleibt, dass auch die Tatsache, dass jetzt der KBV unsere Einkommenszahlen bekannt sind, nichts an unserer ungerechten Situation ändern wird . . .

Rudolf Meiser, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, 66583 Spiesen-Elversberg

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