ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2013Pulmonale Hypertonie: Gute Langzeitwirksamkeit von Macitentan

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Pulmonale Hypertonie: Gute Langzeitwirksamkeit von Macitentan

Dtsch Arztebl 2013; 110(41): A-1914 / B-1691 / C-1657

Heinzl, Susanne

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Die Zulassung von Endothelin-Rezeptorantagonisten, Phosphodiesterase-5-Hemmern und Prostacyclin-Analoga zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie (PAH) basierte auf Studien, die nur 12 bis 16 Wochen dauerten. Die Wirkung des neuen, dualen Endothelin-Rezeptorantagonisten (ERA) Macitentan auf Letalität und Morbidität bei PAH wurde nun in einer ereignisgesteuerten Studie untersucht.

In der SERAPHIN*-Studie wurde untersucht, ob eine Langzeitbehandlung mit Macitentan Morbidität und Sterblichkeit bei Patienten mit PAH verringern kann.

In der multizentrischen, doppelblinden, von Actelion finanzierten Phase-III-Studie erhielten 250 Patienten Macitentan 3 mg/Tag, 242 Patienten Macitentan 10 mg/Tag und 250 Patienten Placebo. Primärer Endpunkt war die Zeit vom Studienbeginn bis zum ersten Auftreten eines zusammengesetzten Endpunkts aus Tod, Atrioseptostomie, Lungen­trans­plan­ta­tion, Therapie mit Prostanoiden oder Verschlechterung der PAH. Die Studie sei gut designt, meint Dr. med. Hans Klose, Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Im Gegensatz zu früheren Studien, in denen über einen vordefinierten, meist kurzen Beobachtungszeitraum Verbesserungen der körperlichen Belastbarkeit (6-Minuten-Gehtest) primäres Studienziel waren, sei hier ein ereignisgesteuerter kombinierter Endpunkt aus Morbidität und Letalität gewählt worden. Im Mittel wurden die Patienten 85,3 Wochen mit Placebo, 99,5 Wochen mit Macitentan 3 mg/Tag und 103,9 Wochen mit Macitentan 10 mg/Tag behandelt.

Der primäre Endpunkt trat unter Macitentan 10 mg bei 31,4 %, unter Macitentan 3 mg bei 38,0 % und unter Placebo bei 46,4 % der Patienten auf. Das relative Risiko für den primären Endpunkt wurde durch die 10-mg-Dosis um 45 % (p < 0,001), durch die 3-mg-Dosis um 30 % (p = 0,01) im Vergleich zu Placebo gesenkt). „Der kombinierte Endpunkt wurde durch Macitentan signifikant verbessert, wobei dies hauptsächlich durch die Reduktion der PAH-bedingten Krankenhausaufnahmen und die Abnahme der PAH-bedingten Verschlechterungen erreicht wurde“, so Klose.

Die durch PAH bedingte Letalität wurde nicht signifikant gesenkt. Der Nutzen von Macitentan war unabhängig von einer Vorbehandlung der Patienten.

Kopfschmerzen, Nasopharyngitis und Anämie traten unter Macitentan häufiger auf als bei Placebo. Die wichtigste Nebenwirkung aber war nach Aussage von Klose die Anämie unter 8 g Hämoglobin/dl: Sie wurde bei 4,3 % der Patienten mit 10 mg Macitentan beobachtet und bei 0,4 % im Placebo-Arm.

Wirkung von Macicentan auf den zusammengesetzten primären Endpunkt bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie
Wirkung von Macicentan auf den zusammengesetzten primären Endpunkt bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie
Grafik
Wirkung von Macicentan auf den zusammengesetzten primären Endpunkt bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie

Fazit: Die Langzeittherapie mit dem dualen Endothelin-Rezeptorantagonisten Macitentan senkt nach den Ergebnissen dieser Ereignis-gesteuerten Studie die Morbidität und Letalität von Patienten mit pulmonaler Hypertonie. „Es ist eine besondere und eine wichtige Studie im Feld der PAH, die in einer großen Studienpopulation mit langem Beobachtungszeitraum exzellent die Wirksamkeit des neuen ERA Macitentan nachweisen konnte“, meint Klose. Dr. rer. nat. Susanne Heinzl

*SERAPHIN: Study with an Endothelin Receptor Antagonist in Pulmonary Arterial Hypertension to Improve Clinical Outcome

Pulido T, et al.: Macitentan and morbidity and mortality in pulmonary arterial hypertension. NEJM 2013: 369: 809–18. MEDLINE

Wirkung von Macicentan auf den zusammengesetzten primären Endpunkt bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie
Wirkung von Macicentan auf den zusammengesetzten primären Endpunkt bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie
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Wirkung von Macicentan auf den zusammengesetzten primären Endpunkt bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie

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michelvoss
am Montag, 28. Oktober 2013, 14:12

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