ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2013Transplantationsmedizin: Ermittlungen an der Universitätsklinik Münster

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Transplantationsmedizin: Ermittlungen an der Universitätsklinik Münster

Dtsch Arztebl 2013; 110(41): A-1887 / B-1667 / C-1635

Siegmund-Schultze, Nicola

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Die Klinik für Transplantations- medizin am Uniklinikum Münster ist im Visier der Staatsanwaltschaft. Foto: dpa
Die Klinik für Transplantations- medizin am Uniklinikum Münster ist im Visier der Staatsanwaltschaft. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen den Direktor der Klinik für Transplantationsmedizin der Universität Münster Ermittlungen eingeleitet. Es geht um den Verdacht des versuchten Totschlags durch Manipulation der Warteliste für die Lebertransplantation, wie Oberstaatsanwalt Heribert Beck mitteilte. Die Prüfungen eines entsprechenden Anfangsverdachts hätten jetzt die Einleitung der Ermittlungen zur Folge gehabt, mit dem Direktor als Verantwortlichem für die Klinik. Es würden alle 25 Fälle untersucht, in denen die Prüfungs- und Überwachungskommissionen bei der Bundes­ärzte­kammer von „systematischen Falschmeldungen“ ausgehen. Die Falschmeldungen hätten möglicherweise zur Folge gehabt, dass auf der Warteliste übergangene Patienten gestorben seien. Ob es zur Anklage komme, sei offen, sagte Beck.

Dagegen rechnet die Staatsanwaltschaft Braunschweig, die die polizeilichen Ermittlungen im derzeit am Göttinger Landgericht verhandelten Fall geleitet hat, mit einer weiteren Anklage: gegen den ehemaligen Leiter der Abteilung Gastroenterologie der Universitätsklinik Göttingen. Er hatte mit dem vor Gericht stehenden ehemaligen Transplantationschirurgen der Universitätsklinik Göttingen eng zusammengearbeitet und war im Prozess von Zeugen schwer belastet worden. Auch hier ist versuchter Totschlag ein Tatvorwurf, hinzu kommt Körperverletzung mit Todesfolge wegen falscher Indikationen zur Lebertransplantation. nsi

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