ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2013Museum für Brotkultur: Vom Korn zum Laib

KULTURTIPPS

Museum für Brotkultur: Vom Korn zum Laib

Dtsch Arztebl 2013; 110(41): [62]

dpa

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Das Museum in der Donaustadt Ulm erzählt die Kulturgeschichte des Brotes. Mit Objekten, Fotografien, Texten und Kunst wird die Brotherstellung erläutert.

Ein Gemälde hängt neben dem Nachbau einer Backstube aus dem frühen 20. Jahrhundert. Foto: dpa
Ein Gemälde hängt neben dem Nachbau einer Backstube aus dem frühen 20. Jahrhundert. Foto: dpa

Die Deutschen kauften im Jahr 2012 laut Gesellschaft für Konsumforschung 1,93 Millionen Tonnen Brot. Doch welche Rolle spielt das tägliche Brot noch als existenzielles Nahrungsmittel? Das Museum für Brotkultur in der Donaustadt Ulm versucht, unter anderem dieser Frage nachzugehen. „Wir erzählen die Kulturgeschichte des Brotes“, sagt Leiter Andrea Fadani. Das Museum zeigt seinen Besuchern zunächst eine nostalgische Backstube aus der Zeit um 1900, in die die Technik bereits Einzug gehalten hat: Strom, fließendes Wasser aus der Leitung, ein moderner Ofen, eine Knetmaschine sowie drei Bäckerei-Mitarbeiter. Den mühsamen Weg vom Korn zum Laib erklärt die Dauerausstellung in der ersten Etage mit Utensilien zur Herstellung von Brot, Objekten, Fotografien, Texten und Kunst. Zum Anfassen gibt es Getreidearten oder Substitute wie Sägemehl. Der Besucher darf auch Korn mahlen, um die Arbeit dahinter zu verstehen. Besonders stolz ist das Museum auf hochkarätige Arbeiten von Künstlern wie Salvador Dalí („Frau mit Brot“), Käthe Kollwitz („Deutschlands Kinder hungern!“) und Pablo Picasso („Das karge Mahl“). Auch die Bedeutung des Brotes im Christen- und Judentum wird in der zweiten Etage beleuchtet.

Anzeige

Das Museum wurde 1955 vom Ulmer Unternehmer Willy Eiselen und seinem Sohn Hermann Eiselen gegründet. Sie hatten die Leidenschaft, alles zu sammeln, was mit dem Thema zu tun hatte. Damals hieß es Deutsches Brotmuseum und war das erste weltweit. Die Sammlung umfasse heute etwa 20 000 Objekte, berichtet Fadani. Hunger ist das Kernanliegen des Museums für Brotkultur. „Brot ist heute noch entscheidend für eine große Menge von Menschen, die nicht ausreichend ernährt ist“, sagt Fadani. Solange es in anderen Teilen der Welt keine Ernährungssicherheit gebe, so lange werde es auch Grund für das Museum geben. Informationen: www.museum-brotkultur.de. dpa

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema