ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2013Schwere Mitralklappeninsuffizienz: Die frühe Operation bringt einen Überlebensvorteil

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Schwere Mitralklappeninsuffizienz: Die frühe Operation bringt einen Überlebensvorteil

Dtsch Arztebl 2013; 110(41): A-1913 / B-1690 / C-1656

Vetter, Christine

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Auf Basis des internationalen Registers MIDA (Mitral Regurgitation International Database) wurde die prognostische Bedeutung einer frühen Operation der schweren Mitralklappeninsuffizienz bei 1 021 konsekutiven Patienten ohne Herzinsuffizienz oder linksventrikuläre Dysfunktion untersucht. 575 Patienten wurden initial konservativ behandelt und 446 Patienten innerhalb von drei Monaten nach Diagnose operativ. Die mittlere Beobachtungszeit betrug 10,3 Jahre.

Weder bei der frühen Mortalität (1,1 % Operation vs 0,5 % Standardtherapie, p = 0,28) noch bei der Herzinsuffizienzrate (0,9 % in beiden Gruppen) ergab sich ein signifikanter Unterschied der Therapieregime. Signifikant besser als bei der Standardtherapie aber war das Langzeitüberleben nach früher Operation (86 % vs. 69 % nach 10 Jahren; p < 0,001), die Reduktion der Mortalität über 5 Jahre betrug 52,6 % (p < 0,001).

Vergleichbare Ergebnisse wurden bei 231 Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz und Vorhofflimmern und/oder pulmonaler Hypertonie gesehen: Bei ihnen senkte die frühe Operation die 5-JahresSterblichkeit um 59,3 % (p = 0,002). Das Risiko, binnen 10 Jahren eine Herzinsuffizienz zu entwickeln, wurde durch den operativen Eingriff von 23 % auf 7 % gesenkt (p < 0,001). Die Häufigkeit neu auftretenden Vorhofflimmerns bei 902 Patienten mit initialem Sinusrhythmus wurde nicht vermindert (Hazard Ratio 0,85, 95-%-Konfidenzintervall 0,64–1,13, p = 0,26).

Langzeitüberleben bei Mitralklappeninsuffizienz nach früher chirurgischer Intervention versus konventioneller Therapie
Langzeitüberleben bei Mitralklappeninsuffizienz nach früher chirurgischer Intervention versus konventioneller Therapie
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Langzeitüberleben bei Mitralklappeninsuffizienz nach früher chirurgischer Intervention versus konventioneller Therapie

Fazit: Die Studie bestätigt, dass die Mitralklappeninsuffizienz nicht nur zu den häufigsten Herzklappenfehlern gehört, sondern auch für eine hohe Mortalität und das häufige Auftreten einer Herzinsuffizienz verantwortlich ist, kommentiert Priv.-Doz. Dr. med. Friedhelm Späh, Medizinische Klinik I am Helios Klinikum Krefeld. Die frühzeitige Korrektur senkt die Sterblichkeit enorm über einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren und bessert die Lebensqualität in beeindruckender Weise. Ob die interventionelle Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz vergleichbar gute Resultate liefert, werden die Langzeitergebnisse des deutschen Mitralklappenregisters (TRAMI) zeigen, in das bis Anfang 2013 mehr als 1 000 Patienten eingeschlossen wurden.

Christine Vetter

Suri RM, et al.: Association between early surgical intervention vs watchful waiting and outcomes for mitral regurgitation due to flail mitral valve leafles. JAMA 2013; 310: 606–16. MEDLINE

Langzeitüberleben bei Mitralklappeninsuffizienz nach früher chirurgischer Intervention versus konventioneller Therapie
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Langzeitüberleben bei Mitralklappeninsuffizienz nach früher chirurgischer Intervention versus konventioneller Therapie

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