ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2013Brain Computer Interface: Neue Wege für das Lernen

TECHNIK

Brain Computer Interface: Neue Wege für das Lernen

Dtsch Arztebl 2013; 110(41): A-1927

Krüger-Brand, Heike E.

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Messung elektrischer Signale des Gehirns. Foto: WissenschaftsCampus Tübingen

Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer, die auf elektrischen Hirnsignalen beruhen, sogenannte Brain Computer Interfaces, lassen sich für die Entwicklung von Lernsystemen nutzen, die maßgeschneiderte Lernaufgaben bereitstellen. Lernen wird an elektrischen Aktivitäten bestimmter Nervennetzwerke im Gehirn sichtbar. Auf der Kopfhaut angebrachte Elektroden erfassen diese Aktivitäten. Psychologen des Leibniz-Instituts für Wissensmedien und Informatiker der Universität Tübingen, die gemeinsam im WissenschaftsCampus Tübingen forschen, messen damit das Ausmaß der Anstrengungen beim Lernen. Sind Lernaufgaben zu leicht, wird dies im Muster des elektrischen Hirnsignals abgebildet. Muss sich der Lernende stärker anstrengen, laufen die jeweiligen Gehirnareale auf Hochtouren, das Muster verändert sich. Kommt es gar zur Überforderung, bricht die Aktivität wieder ein, und das ursprüngliche Hirnstrommuster erscheint.

Studien der Forscher haben ergeben, dass Brain Computer Interfaces individuelle Lernschwierigkeiten anhand der Gehirnaktivitäten relativ genau erfassen und beheben können. Auf dieser Basis entwickeln die Wissenschaftler derzeit ein Lernsystem mit automatisiert maßgeschneiderten Lernangeboten für Schüler, die Über- und Unterforderungen vermeiden. Auf dem WissenschaftsCampus Tübingen untersuchen etwa 60 Wissenschaftler im interdisziplinären Forschungsverbund moderne Lern- und Bildungsprozesse. Wissenschaftliche Fragen, Methoden und die Expertise von Psychologie, Erziehungswissenschaft, Informatik, Soziologie, Medizin und Ökonomie werden dabei miteinbezogen. KBr

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