ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2013Demenz: Musiktherapie fördert Wohlbefinden

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Demenz: Musiktherapie fördert Wohlbefinden

Dtsch Arztebl 2013; 110(42): [62]

Klinkhammer, Gisela

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Nonverbale Kommunikationsfähigkeit und Wohlbefinden demenzkranker Menschen verbessern sich durch eine Musiktherapie signifikant. Foto: picture alliance
Nonverbale Kommunikationsfähigkeit und Wohlbefinden demenzkranker Menschen verbessern sich durch eine Musiktherapie signifikant. Foto: picture alliance

Dass Musik auf viele Menschen mit Demenz einen positiven Einfluss hat, ist aus der musiktherapeutischen Praxis zwar schon lange bekannt, war jedoch bisher wissenschaftlich nur eingeschränkt nachweisbar. Prüft man nämlich, ob sich das Gedächtnis oder die Denkleistung des Patienten verändern, findet man keinen Effekt. Dagegen verbessern sich das Wohlbefinden und der emotionale Ausdruck während der Musiktherapie deutlich. Frankfurter Psychologen haben nun ein methodisches Vorgehen entwickelt, diese aus der Erfahrung bekannten Wirkungen empirisch zu quantifizieren. In einer zweijährigen Pilotstudie mit Musiktherapeuten der Fachhochschule Frankfurt am Main untersuchte Arthur Schall, Musikwissenschaftler und Psychologe im Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität, die Auswirkungen von Musik auf Menschen mit fortgeschrittener Demenz, die im häuslichen Umfeld gepflegt wurden. Die Forscher konnten nachweisen, dass sich nonverbale Kommunikationsfähigkeit, Wohlbefinden und emotionaler Ausdruck der demenzkranken Menschen während einer Musiktherapie signifikant verbessern. „Menschen haben ein elementares Bedürfnis, sich mitzuteilen. Wenn die Sprachfähigkeit nachlässt, gewinnen nonverbale Kommunikationsformen zunehmend an Bedeutung und ermöglichen insbesondere auch die Äußerung von Emotionen“, erklärt Schall. In einem weiteren Projekt mit dem Frankfurter Städel Museum wollen Prof. Dr. med. Johannes Pantel, Schall und Dr. med. Valentina Tesky künftig auch die Potenziale von Kunst bei der Therapie Demenzkranker erforschen. Im Museum of Modern Art in New York gibt es bereits Kunstführungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Kli

@Informationen: Schall@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de

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