ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Ausländische Ärzte: Kriterien nicht eindeutig
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Die Probleme sind evident. Einerseits brauchen wir zunehmend Kollegen aus dem Ausland, andererseits sind die Kriterien, die an das Sprachvermögen der ausländischen Ärzte angelegt werden, nicht eindeutig und nicht einheitlich. Ich unterrichte auf Honorarbasis Ärzte aus dem Ausland bei der Paderborner Sprachwerkstatt, die spezielle Kurse in „Medizinischem Deutsch“ anbietet. Diese Kurse werden gut angenommen, in aller Regel trägt der jeweilige Arbeitgeber die Kosten. Aufgrund dieses Unterrichtes und aus meiner langjährigen Erfahrung als Chefarzt einer medizinischen Klinik, glaube ich sicher beurteilen zu können, dass das allgemeine Sprachniveau B2 für eine patientenorientierte ärztliche Tätigkeit nicht ausreichend und eine spezielle weitere Schulung für spezifisch ärztliche Tätigkeiten (zum Beispiel Anamnese, Erklärung der Befunde, Arztbriefe, Dokumentation usw.) sehr hilfreich beziehungsweise notwendig ist.

Zudem sollte aus meiner Sicht nicht nur der Test des Sprachvermögens der ausländischen Kollegen vereinheitlicht werden. Auch sollten beim Prüfungsinhalt – in Analogie zum medizinischen Staatsexamen – primär die Schwerpunkte auf häufig vorkommende medizinische Probleme gelegt werden und nur ausnahmsweise sehr spezielle Kenntnisse (zum Beispiel tropische Infektionen, Unterschiede der Stammzellgewinnung oder Ähnliches) abgefragt werden.

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Prof. Dr. Wolfgang Petermann, 33104 Paderborn

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