ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Wärmelampe: Weniger Wundinfektionen

TECHNIK

Wärmelampe: Weniger Wundinfektionen

Dtsch Arztebl 2013; 110(43): A-2034 / C-1759

EB

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Die wassergefilterte Infrarot-A-Wärmelampe eignet sich laut Studienleiter Mark Hartel für alle bauchchirurgischen Eingriffe. Foto: Klinikum Dortmund
Die wassergefilterte Infrarot-A-Wärmelampe eignet sich laut Studienleiter Mark Hartel für alle bauchchirurgischen Eingriffe. Foto: Klinikum Dortmund

Bei nahezu jedem fünften Patienten in Deutschland kommt es nach Bauchoperationen zu Wundheilungsstörungen, vor allem dann, wenn diese Menschen alt oder krank sind. Eine medizinische Herausforderung, die auch finanzielle Folgen hat, da diese Patienten länger versorgt werden müssen. Eine Studie unter Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. Mark Hartel, Klinikum Dortmund, hat jetzt ergeben, dass sich die Infektionsrate durch den Einsatz einer speziellen Wärmelampe (wassergefiltertes Infrarot A, wIRA) um mehr als 50 Prozent reduzieren lässt.

Dabei wird die Bauchdecke 20 Minuten vor dem Hautschnitt bei der Operation mit der Lampe bestrahlt. Die wIRA-Lampe erwärmt tiefenwirksam die Gewebeschichten und verbessert so die Durchblutung an dieser Stelle. Dadurch werden die chemischen und nicht-chemischen Prozesse verbessert, die für die Wundheilung verantwortlich sind. Zudem bewirkt die bessere Durchblutung eine höhere Antibiotikumkonzentration im Gewebe und einen besseren Abtransport von Giftstoffen aus dem Gewebe.

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Zusätzlich kann die Lampe auch nach der Operation täglich verwendet werden. Hier trägt die wassergefilterte Infrarot-A-Lampe dazu bei, postoperative Schmerzen wirksam zu verringern und damit auch den postoperativen Schmerzmittelverbrauch zu senken. Die Wärmebehandlungsmethode zur besseren Wundheilung eignet sich Hartel zufolge für alle bauchchirurgischen Eingriffe und hat keine Nebenwirkungen.

Die randomisierte Doppelblindstudie mit 400 Patienten lief an der TU München (Klinikum rechts der Isar) über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Behandlungsgruppe erhielt eine 20-minütige Bestrahlung mit wIRA direkt vor der Schnittführung. Die Kontrollgruppe wurde mit einer identischen Lampe ohne wIRA bestrahlt. EB

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