ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Augenheilkunde: Krankenhäuser haben Schlüsselstellung
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Frau Hahn stellt in dem Artikel das Buch „Sehen im Alter – Versorgungsstrukturen und -herausforderungen in der Augenheilkunde“ von Volker Amelung et al. vor. Frau Dr. Ursula Hahn ist Geschäftsführerin der OcuNet Verwaltungs GmbH, die mit Prof. Amelung, Autor des Buches, in der Vergangenheit einige Studien durchgeführt hat (siehe OcuNet Pressemitteilung vom Juni 2013: http://ocunet.de/presse/PM_062013_OcuNet_Jahresbericht2012.html).

Frau Hahn hebt besonders die im Buch genannten Steuerungsstrategien für die Augenheilkunde hervor. Danach soll derjenige, der „Leistungen in den Krankenhäusern ausweiten will, um Versorgungsengpässen im ambulanten Sektor zu begegnen, . . . in der Augenheilkunde kaum mehr Erfolg haben“.

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Völlig übersehen wird dabei, dass in Krankenhäusern der weitaus größte Teil der Augenpatienten, vielerorts über 90 Prozent, diagnostisch, therapeutisch konservativ und therapeutisch operativ ambulant versorgt wird. Außerdem wird ignoriert, dass Krankenhäuser täglich über 24 Stunden die Versorgung von Patienten mit Augenerkrankungen übernehmen und daher in der ambulanten Grundversorgung gar nicht wegzudenken sind. Schließlich wird in Krankenhäusern im Einzelfall nach den medizinischen Erfordernissen und Bedürfnissen des Augenpatienten entschieden, ob eine ambulante oder stationäre Versorgung sinnvoll ist. Letztlich kann es jedoch gar nicht darum gehen, ob Patienten mit Augenerkrankungen im Krankenhaus oder von niedergelassenen Augenärzten betreut werden, sondern dass sie in engmaschiger Abstimmung aller beteiligten Gesundheitsdienstleister bestmöglich medizinisch und gesundheitsökonomisch effektiv versorgt werden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich vielerorts sehr effektive Netzwerkstrukturen gebildet haben, die sehr kooperativ von Krankenhäusern gemeinsam mit niedergelassenen Kollegen getragen werden, um Augenpatienten optimal, das heißt, wann immer möglich ambulant und wenn dies nicht geht, stationär zu versorgen.

Auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung und auf die vielfältigen diagnostischen und therapeutischen Neuerungen in der Augenheilkunde, aber gerade im Hinblick auf gesundheitsökonomische Herausforderungen, sind Krankenhäuser weder heute, noch in Zukunft aus der Versorgung von Patienten mit Augenerkrankungen wegzudenken. Im Gegenteil hatten sie bislang eine Schlüsselstellung inne und werden diese auch künftig in enger Kooperation mit niedergelassenen Kollegen behalten.

Prof. Dr. Thomas Reinhard, Direktor der Universitäts-Augenklinik, 79106 Freiburg
Prof. Dr. Johann Roider, Direktor der Universitäts-Augenklinik, 24105 Kiel
Prof. Dr. Anselm Kampik, Direktor der Universitäts-Augenklinik, 80336 München

Geschäftsführendes Präsidium der Deutschen
Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

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