ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Endoprothetik: Das Geschehen
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Mediziner sind traurige Meister im Erfinden von Neologismen und lieben das Geschehen – zum Beispiel als Infarktgeschehen, Aufnahmegeschehen und sogar Schwindelgeschehen. Arztbriefe sind voll davon. Der Kernaussage nimmt dieses Kompositum jedoch die Kraft, indem das Geschehen zum Grundwort gemacht wird. Schlimmstenfalls ist es sprachlich Unsinn.

Das Geschehen ist in Wahrheit arm dran: Es gibt es nur in der Einzahl. In der Mehrzahl werden dann, wenn es denn sein muss, Geschehnisse draus. Das Geschehen ist also einzig, singulär, und kann daher auch nicht uneinheitlich sein. Das geht auch dann nicht, wenn es an Versorgung gepappt wird, um die uneinheitliche Versorgung aufzupeppen. Versorgungsgeschehen würde man nicht einmal beim Scrabble durchgehen lassen.

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Die aufwendige Datenanalyse der oben genannten Autoren hätte eine griffigere, sprachlich korrekte Überschrift . . . verdient.

Dr. med. Horst Andresen
26810 Westoverledingen

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