ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Randnotiz: Werbeblocker Popcorn

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Randnotiz: Werbeblocker Popcorn

Dtsch Arztebl 2013; 110(43): A-1995 / B-1763 / C-1727

Schmedt, Michael

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„Den Mund nicht zu voll nehmen“ und „Mit vollem Mund spricht man nicht“ sind Erziehungsweisheiten, die viele in ihrer Kindheit begleitet und zusammen mit der elterlichen Ermahnung genervt haben. Wenn man jetzt allerdings den alltäglichen Wahnsinn der Konsumgesellschaft bekämpfen möchte, sollte man diese Erziehungsratschläge differenzierter betrachten – vor allem angesichts der immer wieder heraufbeschworenen Mediengesellschaft, in der die Mahlzeiten primär vor dem TV-Gerät eingenommen werden. Kölner Forscher haben festgestellt, dass Kinobesucher, die während der Werbung Popcorn aßen oder Kaugummi kauten, weniger auf die Werbung reagierten als diejenigen, die ein Stück Zucker im Mund zergehen ließen (Journal of Consumer Psychology doi: 10.1016/j.jcps.2013.09.008).

Nach einer Woche reagierten diejenigen Probanden, die kein Popcorn gegessen hatten, positiver auf die beworbenen Produkte als die Nicht-Esser und waren in einer Kaufsituation auch eher bereit, diese Produkte zu erwerben. „Werbung für neue Produkte könnte für snackendes Kinopublikum also zwecklos sein“, folgern die Forscher unter Leitung des Psychologen Sascha Topolinski.

Eine Erklärung ist, dass bei unbekannten Produktnamen die Adressaten der Werbung unbewusst die Markennamen lautlos nachsprechen, was mit Popcorn im Mund naturgemäß nicht so gut gelingt. Folge: Der Werbeeffekt ist weg.

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Was das jetzt für den Fernsehkonsum bedeutet? Nun, zumindest sollte man als Werbeblocker eher das Kaugummi nutzen oder Rohkost knabbern, denn der Nebeneffekt von Popcorn oder den beliebten Chips und Erdnussflips könnte ziemlich ins Gewicht fallen . . .

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