ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Welt­gesund­heits­organi­sation: Luftverschmutzung als krebserregend eingestuft

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Welt­gesund­heits­organi­sation: Luftverschmutzung als krebserregend eingestuft

Dtsch Arztebl 2013; 110(43): A-1996 / B-1764 / C-1728

Meyer, Rüdiger

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Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) stuft die Luftverschmutzung grundsätzlich als krebserregend ein. Eine Monografie der International Agency for Research on Cancer (IARC) hält es für ausreichend belegt (sufficient evidence), dass zahlreiche chemische Schadstoffe in der Außenluft Lungenkrebs auslösen können. Die Luftverschmutzung wird zum Gruppe 1-Karzinogen erklärt. Für Blasenkrebs gebe es ebenfalls eine „positive Assoziation“. Feinstaub wurde in einer separaten Analyse ebenfalls zum Gruppe-1-Karzinogen erklärt.

Schadstoffe in der Luft können Lungenkrebs auslösen. Foto: dpa
Schadstoffe in der Luft können Lungenkrebs auslösen. Foto: dpa

Die Monografie 109 der IARC, einer in Lyon ansässigen Einrichtung der WHO, kommt zu dem Ergebnis, dass die Exposition mit Feinstaub und Luftschadstoffen das Lungenkrebsrisiko erhöht. Dies gelte grundsätzlich für alle Regionen der Erde, auch wenn es geografisch sehr große Unterschiede gebe und die Jahreszeiten einen deutlichen Einfluss auf die aktuelle Luftverschmutzung hätten.

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Global gesehen würden jedes Jahr 223 000 Menschen infolge der Luftverschmutzung an Lungenkrebs sterben, schreiben die Autoren bezugnehmend auf die Global Burden of Disease Study von 2010 (Lancet 2012; 380: 2224–60). Die Studie hatte die Hälfte dieser Todesfälle in China und Ostasien geortet. Eine in den letzten Tagen veröffentlichte Studie der Europäischen Umweltagentur zeigt jedoch, dass auch in Europa in vielen Städten die Luftschadstoffe über den Grenzwerten der WHO liegen.

Die krebserregende Wirkung der Außenluft ist laut IARC auf die Einwirkung einer komplexen Mischung von einzelnen Karzinogenen zurückzuführen, die in den letzten Jahren bereits in anderen Monografien bewertet wurden. rme

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