ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Universitätsklinikum Erlangen: Lebertransplantationen zunächst weiter möglich

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Universitätsklinikum Erlangen: Lebertransplantationen zunächst weiter möglich

Dtsch Arztebl 2013; 110(43): A-1995 / B-1763 / C-1727

dpa

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Das Uniklinikum Erlangen geht gerichtlich gegen die drohende Schließung seines Leber­trans­plan­tations­pro­gramms vor. Der Klinikvorstand habe Widerspruch gegen einen Bescheid des Bayerischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums beim Verwaltungsgericht Ansbach eingelegt, sagte Kliniksprecher Johannes Eissing. Wäre der Bescheid rechtskräftig geworden, hätte die Uniklinik von Januar an keine Lebern mehr transplantieren dürfen.

Die Eingriffe könnten nun zunächst fortgesetzt werden. Mit der Klage wolle man Zeit gewinnen, um die „strukturpolitische Grundsatzentscheidung juristisch überprüfen zu lassen“, erklärte Eissing.

Nach dem Organspende-Skandal hatte in Bayern eine Expertenkommission Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Demnach sollte eine Reduzierung der fünf bayerischen Lebertransplantationszentren auf drei erfolgen. Neben Erlangen soll auch ein Zentrum in München geschlossen werden.

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Die Entscheidung gegen Erlangen sei nicht nachvollziehbar, sagte der Kliniksprecher. „Neben Bremen wäre die Metropolregion Nürnberg dann die einzige ohne ein solches Zentrum.“ Erlangen habe zudem die zweitlängste Warteliste bei Lebertransplantationen. Seit 1992 seien hier 362 Lebern verpflanzt worden – in diesem Jahr habe es sechs solcher Eingriffe gegeben.

Die vergleichsweise niedrigen Zahlen gaben unter anderem den Ausschlag, den Standort Erlangen zu hinterfragen. Der Direktor des Uniklinikums, Prof. Dr. med. Heinrich Iro, hält dagegen: „Seit bundesweit Manipulationen bekanntwurden, gibt es allgemein einen Rückgang von Organspenden.“ In Erlangen seien keine nennenswerten Verstöße festgestellt worden. dpa

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