ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Gelenkersatz: Mehr Knie-Endoprothesen in wohlhabenden Regionen

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Gelenkersatz: Mehr Knie-Endoprothesen in wohlhabenden Regionen

Dtsch Arztebl 2013; 110(43): A-1994 / B-1762 / C-1726

Hillienhof, Arne

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Die Implantation eines künstlichen Kniegelenks ist mittlerweile ein häufiger Eingriff in deutschen OPs. Foto: dpa
Die Implantation eines künstlichen Kniegelenks ist mittlerweile ein häufiger Eingriff in deutschen OPs. Foto: dpa

Die Wahrscheinlichkeit, ein künstliches Kniegelenk zu erhalten, hängt sehr stark vom Wohnort ab: In wohlhabenden Landkreisen erhalten bis zu dreimal mehr Patienten einen Kniegelenkersatz als in weniger wohlhabenden. Das berichtet die Bertelsmann Stiftung im „Faktencheck Knieoperation“.

Danach erhalten im bundesweiten Durchschnitt jährlich 130 pro 100 000 Einwohner ein neues Kniegelenk. Die Häufigkeit dieser Operationen unterscheidet sich jedoch von Region zu Region erheblich. Im Jahr 2011 haben im bayerischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim 214 pro 100 000 Einwohner einen Kniegelenkersatz bekommen. Der Anteil ist rund dreimal so hoch wie im brandenburgischen Frankfurt/Oder, wo auf 100 000 Einwohner lediglich 73 Kniegelenkersatz-OP kamen.

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„Welches Versorgungsniveau angemessen ist, können wir nicht sagen – dafür fehlen verbindliche Leitlinien für dieses Behandlungsgebiet“, sagte Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. Es sei aber offensichtlich, dass nicht-medizinische Faktoren die Versorgung beeinflussten.

Für den Faktencheck hat ein Autorenteam der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie Handlungsempfehlungen auf verschiedenen Ebenen formuliert. Sie beziehen sich unter anderem auf folgende Bereiche: Entwicklung von neutralen Patienteninformationen, Erarbeitung einer Leitlinie, Überprüfung ökonomischer Anreize, Stärkung nicht-operativer Therapiemöglichkeiten, Zertifizierung von Endoprothesen-Zentren, Endoprothesen-Register Deutschland und eine verpflichtende sektorenübergreifende Qualitätssicherung. hil

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