ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Schlafforschung: Smarte Schlafanalyse

TECHNIK

Schlafforschung: Smarte Schlafanalyse

Dtsch Arztebl 2013; 110(43): A-2038 / B-1802

EB

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Mit einer speziellen Software lässt sich die Smartwatch für die Schlafanalyse nutzen. Foto: Fraunhofer-IGD
Mit einer speziellen Software lässt sich die Smartwatch für die Schlafanalyse nutzen. Foto: Fraunhofer-IGD

Bislang werden für Schlafstudien speziell entwickelte, teure Spezialuhren eingesetzt. Die aufgezeichneten Daten werden in der Regel wöchentlich im Forschungslabor ausgelesen, was eine Analyse verlangsamt. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) haben eine Software für handelsübliche Smartwatches entwickelt, die den Einsatz solcher Uhren in der Schlafforschung ermöglicht. Der von den Forschern entwickelte Algorithmus zur Schlaferkennung hilft, Anomalien im Schlaf zeitnah zu erkennen. Dazu werden Informationen wie Bettzeiten, Länge und Qualität des Schlafs aus den Sensordaten der Uhr abgeleitet und analysiert. Der Algorithmus erkennt Bewegungen und vergleicht diese mit bereits bekannten Schlaf- und Wachmustern. Dabei werden sowohl durch Atmen oder den Pulsschlag ausgelöste Mikrobewegungen als auch Makrobewegungen wie Zucken der Beine registriert. Die aufgezeichneten Daten können Patienten von zu Hause aus über das Funkmodul der Smartwatch direkt an das Labor senden.

Der behandelnde Arzt erhält über ein solches digitales Schlaftagebuch ein wichtiges Mittel zur Diagnose von Schlafstörungen und für die Wahl der richtigen Therapie. Künftig wollen die IGD-Forscher zudem auch Bewusstlosigkeit im Schlaf erkennen. Davon sind Diabetiker oder Epileptiker betroffen. Diabetes-Typ-1-Patienten geraten nachts häufiger in den Zustand der Unterzuckerung, der in ein lebensbedrohliches Zuckerkoma münden kann. Die Smartwatch mit der installierten Software würde in dieser Situation einen Alarm auslösen und Familienangehörige oder den behandelnden Arzt informieren.

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Derzeit sind die Forscher im Gespräch mit Krankenhäusern, um schon bald Testdaten von Komapatienten und somit reale Vergleichsdaten als Muster zu erhalten. EB

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