ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2013Glaukom: Diagnostik mittels optischer Kohärenztomographie

TECHNIK

Glaukom: Diagnostik mittels optischer Kohärenztomographie

Dtsch Arztebl 2013; 110(43): A-2034 / C-1759

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Der Sehnerv des Patienten wird von dem Diagnosegerät bei der Untersuchung selbstständig erkannt und vermessen. Foto: doc-nuernberg.de
Der Sehnerv des Patienten wird von dem Diagnosegerät bei der Untersuchung selbstständig erkannt und vermessen. Foto: doc-nuernberg.de

Ein neues Hightech-Diagnosegerät soll Augenärzte dabei unterstützen, Augenkrankheiten wie das Glaukom oder die altersbedingte Makuladegeneration bereits frühzeitig zu erkennen. Das Papillen-OCT-Gerät, das auf dem 26. Internationalen Kongress der Deutschen Augenchirurgen in Nürnberg vorgestellt wurde, ermöglicht es dem Arzt, mittels dreidimensionaler optischer Kohärenztomographie (OCT) Veränderungen der Netzhaut und des Sehnerven ohne Gabe von Kontrastmitteln und in einer kurzen Untersuchungszeit zu erkennen.

Die OCT-Technik arbeitet mit einem Infrarotlaser, der die Oberfläche scannt. Der Computer bestimmt die Intensität der reflektierten Strahlen. Durch die zeitliche Verzögerung lassen sich dabei Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Gewebes ziehen. Aus den Daten erzeugt das OCT-Gerät ein präzises Schnittbild in HD-Qualität.

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Im Untersuchungsmodus wird der Sehnerv vom Papillen-OCT selbstständig erkannt und vermessen. Es werden vertikale, horizontale und schräge Schnitte durch die Papille (Sehnervkopf) gelegt und die Dicke der retinalen Nervenfaserschicht gemessen. Zudem lassen sich auch Krankheitsverläufe sichtbar machen und dokumentieren. Das Gerät liefert hochaufgelöste 3-D-Landkarten der 0,3 Millimeter dünnen Netzhaut.

Bei der integrierten Ganglionzellanalyse wird für die Beurteilung des Glaukoms auch erstmalig die Makula mit einbezogen. Man geht heute davon aus, dass beim grünen Star die Ganglienzellen um die Fovea (Netzhautgrube) herum geschädigt werden und die Schichtdicke so abnimmt. Das Papillen-OCT besitzt einen „Fovea Finder“, der die winzige Netzhautgrube automatisiert identifiziert, die Dicke der Ganglionzellschicht und der inneren plexiformen Schicht misst und mit einer Normaldatenbank vergleicht. Die Ergebnisse werden in einer farbkodierten 3-D-Landkarte angezeigt. EB

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