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Im Fokus unserer Originalarbeit (1) steht die Häufigkeit von Zahnbehandlungsängsten bei Patienten mit psychischen Grunderkrankungen. Wir verweisen auf Verbesserungsmöglichkeiten der Früherkennung von Zahnbehandlungsängsten. Dabei ist eine wertende Beurteilung von Therapieoptionen und Indikationen nicht Inhalt der Studie.

Frau Prof. Beck greift mit ihren Ausführungen zur Indikationsstellung von Vollnarkosebehandlung bei Patienten mit Zahnbehandlungsphobie einen wichtigen Aspekt auf, dem Arzt und Zahnarzt verantwortungsvoll begegnen müssen. Wir schließen uns ihren Ausführungen weitestgehend an. Die Indikation ist, angesichts der Risiken, unter Erwägung anderer effektiver Therapieoptionen kritisch zu stellen.

Keine Angst ist ursächlich durch Narkosebehandlungen zu beherrschen, psychotherapeutische Interventionen stellen aussichtsreiche Therapieoptionen dar (2). Nutzt man solche Therapieangebote frühzeitig, kann hochakuten, komplikationsbehafteten zahnärztlichen Situationen vorgebeugt werden, die Narkosebehandlungen oft unumgänglich machen.

Zahnbehandlungsängste sind im klinischen Alltag leicht zu erkennen (1). Besonders bei Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung, Angststörung oder depressiver Störung sollte an Zahnbehandlungsängste gedacht werden, da sie häufig mit solchen assoziiert sind (1).

Ärzte aller Fachrichtungen, die mit diesen Patienten in Kontakt stehen, könnten zur Früherkennung beitragen. Daher freuten uns die Leseranfragen von Ärzten der Allgemeinmedizin und Anästhesiologie besonders, die das Interesse an psychotherapeutischen Interventionen verstärkt zum Ausdruck brachten.

Es ist eine wichtige Aufgabe, Zahnbehandlungsängste frühzeitig zu erkennen und, gemessen an der Angstschwere, die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen.

Nicht alle Angstpatienten benötigen eine langwierige Therapie, aber auch weniger schwere Fälle müssen ernst genommen werden.

Jeder sollte in gleicher Weise von den Möglichkeiten moderner Zahnheilkunde profitieren können. Dazu gehört es, die Patienten in der Wahrnehmung präventiver Maßnahmen, wie jährlicher Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt, – gerade bei bestehenden Ängsten – zu fördern und zu bestärken.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0751b

Maria Lenk

Prof. Dr. med. Joraschky

Prof. Dr. med. Weidner

Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

maria.lenk@mailbox.tu-dresden.de

Prof. Dr. med. dent. Hannig

Poliklinik für Zahnerhaltung

des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Interessenkonflikt

Die Autoren beider Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Lenk M, Berth H, Joraschky P, Petrowski K, Weidner K, Hannig C: Fear of dental treatment—an underrecognized symptom in people with impaired mental health. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(31–32): 517–22 VOLLTEXT
2.
Kvale G, Berggren U, Milgrom P: Dental fear in adults: a meta-analysis of behavioral interventions. Community Dent Oral Epidemiol 2004; 32: 250–64 CrossRef MEDLINE
1.Lenk M, Berth H, Joraschky P, Petrowski K, Weidner K, Hannig C: Fear of dental treatment—an underrecognized symptom in people with impaired mental health. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(31–32): 517–22 VOLLTEXT
2.Kvale G, Berggren U, Milgrom P: Dental fear in adults: a meta-analysis of behavioral interventions. Community Dent Oral Epidemiol 2004; 32: 250–64 CrossRef MEDLINE

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