ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2013Orthesenbehandlung bei akuten und chronischen Erkrankungen der Hals- und Lendenwirbelsäule

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Orthesenbehandlung bei akuten und chronischen Erkrankungen der Hals- und Lendenwirbelsäule

The orthotic treatment of acute and chronic disease of the cervical and lumbar spine

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(44): 737-42; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0737

Zarghooni, Kourosh; Beyer, Frank; Siewe, Jan; Eysel, Peer

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Hintergrund: Orthesen sind äußere Hilfsmittel, die häufig zur Behandlung von Schmerzen und Krankheitszuständen an der Wirbelsäule, wie zum Beispiel Lumbago, Schleudertrauma oder Bandscheibenvorfällen, eingesetzt werden. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die Effektivität und die Komplikationen der Orthesenbehandlung bei typischen Krankheitsbildern sowie nach Operationen an der Wirbelsäule zu bewerten. Die orthetische Behandlung von Frakturen und Fehlstellungen soll hier nicht evaluiert werden.

Methoden: Es handelt sich um eine Übersichtsarbeit auf Grundlage einer selektiven Literaturrecherche in der Datenbank Medline unter Berücksichtigung kontrollierter Studien, systematischer Reviews und Empfehlungen der Fachgesellschaften.

Ergebnisse: Insgesamt konnten drei systematische Reviews und vier kontrollierte Studien identifiziert werden. Bislang existieren nur sehr wenige kontrollierte Studien, welche die Effektivität einer Orthesenbehandlung mit anderen konservativen Therapiemodalitäten und der operativen Therapie vergleichen. Keine hinreichende Evidenz konnte für den Einsatz von Orthesen postoperativ, bei der lumbalen Radikulopathie und beim Schleudertrauma der Halswirbelsäule gefunden werden. Eine Studie zeigte, dass eine kurzfristige Immobilisation bei zervikaler Radikulopathie wirksam ist. Beim nichtspezifischen Kreuzschmerz wird eine Orthesenbehandlung nicht empfohlen. Mögliche Komplikationen bei zervikalen Orthesen sind Druckschäden an der Haut und Dysphagien bei zervikalen Orthesen.

Schlussfolgerungen: Da bislang keine hinreichende Evidenz für den Einsatz von Orthesen nach Eingriffen an der Wirbelsäule und bei Schmerzzuständen an der Hals- und Lendenwirbelsäule besteht, sollte die Anwendung nur nach individueller Prüfung der Indikation erfolgen.

LNSLNS

Orthesen sind Medizinprodukte, die in Deutschland zu den verordnungspflichtigen Hilfsmitteln zählen (1). Im Hilfsmittelverzeichnis werden sie definiert als funktionssichernde, körperumschließende oder körperanliegende Hilfsmittel. Durch physikalische oder mechanische Eigenschaften sollen konstruktiv eine oder mehrere der nachfolgenden Effekte erzielt werden: stabilisieren, immobilisieren, mobilisieren, entlasten, korrigieren, retinieren, fixieren, redressieren und ausgefallene Körperfunktionen ersetzen (1). Neben den nach Maß angefertigten Orthesen sind konfektionierte und vorgefertigte Orthesen, die in einem Baukastensystem angepasst werden, erhältlich. Eng verknüpft mit den Orthesen sind die Bandagen, die lediglich aus elastischen oder mit festen textilen Materialien gefertigt werden. Im rückwärtigen Anteil von Bandagen und Orthesen können Pelotten eingearbeitet werden. Diese sollen eine komprimierende und massierende Wirkung auf die Weichteile ausüben, um Verspannungen der Muskulatur zu lösen und Schmerzen zu vermindern.

Aufgrund der hohen Prävalenz von Wirbelsäulenerkrankungen werden Orthesen im klinischen Alltag häufig verordnet. Etwa 3–7 % der Bevölkerung leidet an chronischer Lumbago (2). Daher werden vor allem lumbale Orthesen und Bandagen zur Therapie sowie primären und sekundären Prävention eingesetzt (3). Eine systematische Erhebung der Verordnungshäufigkeit von Wirbelsäulenorthesen und -bandagen ist bisher nicht erfolgt. Eine Anfrage bei der Barmer Ersatzkasse ergab, dass die Zahl erstatteter Orthesen und Bandagen im Jahr 2011 um 45 % auf 97 425 zugenommen hat (2009: 67 211 und 2010: 72 633; persönliche Mitteilung, Pressestelle Barmer vom 25. 6. 2012). Folglich stellt sich die Frage, für welche Indikationen an der Wirbelsäule der Nachweis einer Wirksamkeit von Orthesen und Bandagen belegt ist.

In der vorliegenden Übersicht sollen zunächst die biomechanischen Grundlagen der Behandlung mit Orthesen und Bandagen an der Wirbelsäule dargestellt werden. Anschließend wird ein Überblick über die klinischen Ergebnisse aus kontrollierten klinischen Studien und Reviews gegeben, um Empfehlungen für die Indikation der Orthesentherapie bei den häufigsten akuten und chronischen Erkrankungen der Hals- und Lendenwirbelsäule zu geben. Aufgrund des Umfanges werden die orthetischen Behandlungen von Deformitäten (Skoliosen; Kyphosen), Frakturen, frakturgefährdeten Wirbelsäulentumoren und der Brustwirbelsäule in dieser Übersichtsarbeit nicht dargestellt.

Biomechanische Aspekte

Die erwünschten Ziele einer Orthesenbehandlung sind die Korrektur einer bestehenden Deformität oder Vermeidung einer Progression durch das Drei-Punkt-Prinzip (hierbei wirken zwei meist gleichgerichtete Kräfte einem Wiederlager entgegen), eine Stabilisierung und Immobilisierung schwacher oder geschädigter Wirbelsäulensegmente, eine Reduktion der axialen Lastaufnahme betroffener Wirbelsäulenabschnitte und eine Kontrolle der Bewegung (4, 5). Indikationsabhängig werden verschiedene funktionelle Aspekte einer Orthese betont. Sekundäre Effekte der Orthesenbehandlung, die postuliert werden, sind eine Massage der Weichteile, eine Erwärmung und ein Placeboeffekt (5). Die Orthese soll den Patienten ermahnen, eine exzessive Beweglichkeit zu verhindern sowie durch taktile Reize die Körperhaltung verbessern (6). Die Orthese soll den Patienten unterstützen, die ergotherapeutischen Vorgaben zu erfüllen oder soll zumindest dazu beitragen, den Bewegungsablauf zu verlangsamen (4).

Eine weitere Hypothese ist die Erhöhung des intraabdominellen Druckes, die zu einer Verminderung des Kraftaufwandes der lumbalen Muskulatur bei Aufrichtung führen soll (6). Die Hypothese, dass hierdurch die Belastung der Muskulatur und die axiale Belastung der Lendenwirbelsäule reduziert wird, konnte in einem systematischen Review nicht belegt werden (6, 7). Sowohl weiche als auch rigide Lumbalorthesen führen nachweislich zu einer signifikanten Bewegungslimitierung der Flexion-Extension und der lateralen Beugung. Eine signifikante Verminderung der Rotation, die auch als Risikofaktor für Rückenschmerzen betrachtet wird, konnte nicht nachgewiesen werden (6). Aufgrund der teilweise widersprüchlichen Ergebnisse biomechanischer Studien kann zum jetzigen Zeitpunkt keine abschließende Beurteilung des Wirkmechanismus der Orthesen erfolgen (6).

An der Halswirbelsäule werden weiche Zervikalbandagen (Abbildung 1a) und feste Orthesen (Abbildung 1b) eingesetzt. Die weichen Zervikalbandagen haben erwartungsgemäß wenig Einfluss auf die Beweglichkeit der Halswirbelsäule (4).

Zervikale Orthesen
Zervikale Orthesen
Abbildung 1
Zervikale Orthesen

Die Ruhigstellung der Halswirbelsäule ist durch die geringen Kontaktflächen der Orthese am Occiput, an der Mandibula und am Schlüsselbein sowie die begrenzte Möglichkeit der Kompression der Halsweichteile erschwert. Folglich ergibt sich eine gewisse Beweglichkeit der Halswirbelsäule beim Kauvorgang und bei Bewegung der Schulter (8). Eine feste Philadelphia-Krawatte erlaubt noch eine erhebliche Restbeweglichkeit von 29 % für die Flexion und Extension, 44 % für die Rotation und 66 % für die Seitneigung (4).

Klinische Indikationen

Schleudertrauma

In Deutschland ist pro Jahr mit etwa 200 000 Beschleunigungsverletzungen an der Halswirbelsäule zu rechnen (9). Als klinische Leitsymptome können Nackenschmerzen (88–100 %) und Kopfschmerzen (54–66 %) festgehalten werden (9). Nach Ausschluss einer knöchernen Verletzung wird häufig eine weiche Zervikalbandage verordnet. In einem systematischen Review wurde die Effektivität verschiedener konservativer Therapiemodalitäten an den primären Parametern Schmerz, dem Globaleffekt und der Teilnahme an Aktivitäten des täglichen Lebens gemessen (9). In fünf der elf eingeschlossenen Studien wurde eine Ruhigstellung mit Zervikalbandagen gegenüber einem aktiv-mobilisierenden Therapieregime verglichen (9). Die Mobilisierung war in vier Studien der Ruhigstellung überlegen (1013). In einer Studie war kein Unterschied feststellbar (14). Die Autoren des systematischen Reviews folgerten aufgrund der geringen methodischen Qualität der eingeschlossenen Studien, dass tendenziell die aktive Intervention wirksamer ist als eine Ruhigstellung.

Zervikale Radikulopathie

Die zervikale Radikulopathie entsteht häufig auf dem Boden degenerativer Prozesse (zum Beispiel Bandscheibenvorfall, Spondylarthrose) und ist charakterisiert durch Nackenschmerzen mit dermatombezogener Ausstrahlung in die obere Extremität. Grundsätzlich wird bei akuter Symptomatik und fehlender Operationsindikation (keine höhergradige Parese) zunächst ein konservativer Therapieversuch mit Analgetika und Ruhigstellung oder Physiotherapie unternommen. Bei 80–90 % der Patienten zeigt sich innerhalb von 3–6 Monaten ein positiver Effekt (15, 16).

In einer dreiarmigen prospektiv-randomisierten Studie (RCT) wurde bei Patienten mit einer akut aufgetretenen und neurologisch gesicherten zervikalen Radikulopathie die Ruhigstellung mittels semi-rigider Orthese, mit Physiotherapie und der alleinigen Einnahme von Analgetika verglichen (n = 207, Beschwerdedauer < 1 Monat, VAS und Neck-Disability-Index) (17). Nach sechs Wochen war eine Überlegenheit der Ruhigstellung mit einer semi-rigiden Orthese und der Physiotherapie (zweimal pro Woche) gegenüber alleiniger Einnahme von Analgetika festzustellen. Nach sechs Monaten zeigten sich zwischen den Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Die Autoren empfahlen eine Ruhigstellung aufgrund der niedrigeren Kosten im Vergleich zur Physiotherapie. Außer dieser Studie existieren keine hochwertigen Studien zur Bewertung der Immobilisation im Vergleich zu anderen konservativen Therapieformen. Die Frage, ob auch Patienten mit akuten Zervikobrachialgien ohne neurologische Einschränkungen von einer Ruhigstellung profitieren, ist weiterhin offen.

Bei Patienten mit chronischer Radikulopathie (mehr als drei Monate, im Median 21 Monate) konnten Persson et al. in einer dreiarmigen RCT nach vier Monaten eine Überlegenheit der chirurgischen Therapie im Vergleich zur Physiotherapie und der Behandlung mit einer rigiden Orthese (drei Monate Tragedauer) gemessen am Schmerz und den neurologischen Defiziten feststellen (18). Keine signifikanten Unterschiede bestanden nach vier Monaten zwischen den konservativen Behandlungsarmen und nach einem Jahr zwischen allen Behandlungsgruppen.

Akute und chronische Lumbago

Lumbale und lumbosakrale Orthesen werden häufig zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzzustände sowie in der Prävention verwendet. Vorrangige Behandlungsziele sind eine schnellere Mobilisation und Verbesserung der Beschwerdesymptomatik. Ein Cochrane Review aus dem Jahr 2001 zum Einsatz lumbaler Orthesen und Bandagen zur Prävention und Therapie von Lumbago analysierte 13 kontrollierte Studien (5). Nur vier Studien waren von guter methodischer Qualität. Häufig fehlten Angaben zur angewendeten Orthese und zur Compliance der Patienten. Die Autoren stellten fest, dass es keine starke Evidenz (Level 1) gibt, die für oder gegen eine Effektivität lumbaler Orthesen in der Prävention oder Therapie der Lumbago spricht. Eine moderate Evidenz (Level 2) spricht gegen eine Effektivität der Lumbalorthesen bei der primären Prävention. Für die sekundäre Prävention existiert bisher keine Evidenz (Grad 4). Für die Effektivität bei Therapie der Lumbago zeigen die Studien kontroverse Ergebnisse. Eine geringe Evidenz (Grad 3) spricht dafür, dass einige rigide Orthesen gegenüber Bandagen effektiver sind. Insgesamt kommen die Autoren des Reviews zu dem Ergebnis, dass lumbale Orthesen zur Primärprävention und zur Behandlung des lumbalen Rückenschmerzes nicht geeignet sind. Im aktuellen Cochrane Review von 2008 kamen die Autoren zu einem ähnlichen Ergebnis und folgerten daraus, dass weitere hochqualitative randomisierte kontrollierte Studien zur Beurteilung der Effektivität der Orthesen notwendig seien (19).

In der Nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz (20) wird empfohlen, Orthesen nicht zur Behandlung des akuten oder chronischen nichtspezifischen Kreuzschmerzes einzusetzen (Empfehlungsgrad A). Für diese Empfehlung wurden in einer Evidenzanalyse Daten aus zehn von insgesamt 54 identifizierten Studien begutachtet. Hiervon konnte in vier Studien mit mäßiger und einer Studie mit guter methodischer Qualität keine positive Wirksamkeit der Orthesen weder im Vergleich mit anderen nichtmedikamentösen Behandlungsmethoden noch im Vergleich zu keiner Intervention gezeigt werden. Fünf Studien, die einen positiven Effekt der Orthesen nachwiesen, waren von mäßiger methodischer Qualität, so dass die Studien mit einem negativen Ergebnis hochwertiger eingestuft wurden.

Spondylodiszitis

Eine weitere Indikation zur Orthesenbehandlung besteht bei der konservativen Therapie der Spondylodiszitis, wenn keine höhergradigen Wirbelkörperdestruktionen und keine dringliche Operationsindikation vorliegen (21). Thorakolumbal und lumbal kann durch ein stabiles Polyethylenmieder nach Maß eine Ruhigstellung der betroffenen Wirbelsäulensegmente und durch Reklination eine Entlastung der vorderen Wirbelsäulenabschnitte erzielt werden (22). Zusammen mit der Antibiotikatherapie empfehlen die meisten Autoren eine Behandlungsdauer mit einem festen Korsett für 6–10 Wochen (23, 24).

Die zervikale Spondylodiszitis wird häufig operativ behandelt. Sollte der Patient für eine konservative Therapie in Frage kommen, empfiehlt sich eine Ruhigstellung mit einer rigiden Orthese (21).

Zur selten und heterogen auftretenden Spondylodiszitis fehlen bislang Daten aus kontrollierten Studien.

Postoperative Orthesenbehandlung

In einer internationalen Fragebogenstudie antworteten 61 % der Wirbelsäulenchirurgen, dass sie bei Operationen an der Halswirbelsäule und 49 %, dass sie bei Operationen an der Lendenwirbelsäule eine Orthese für einen Zeitraum zwischen einer und acht Wochen verordnen (25). Als Hauptgrund wurde eine Einschränkung der Aktivität der Patienten durch eine Orthesebehandlung angegeben.

Bislang existieren keine Daten aus kontrollierten Studien zur Effektivität von Orthesen nach stabilitätserhaltenden Eingriffen wie Dekompressionen und Bandscheibenoperationen an der Lendenwirbelsäule. Es besteht auch kein Konsensus über die notwendige Rigidität der Orthese, den Orthesentyp und die Behandlungsdauer. Nach Ermessen des Operateurs wird in unserer Klinik nach mehrsegmentalen Dekompressionen und bei drohender Instabilität ein Überbrückungsmieder nach Hohmann (Abbildung 2) (4) für die ersten sechs Wochen postoperativ verordnet.

Individuell nach Maß angefertigtes Hohmann-Überbrückungsmieder
Individuell nach Maß angefertigtes Hohmann-Überbrückungsmieder
Abbildung 2
Individuell nach Maß angefertigtes Hohmann-Überbrückungsmieder

Bei lumbalen Spondylodesen mit winkelstabiler Schrauben-Stab-Instrumentierung können abhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung nach zwei Jahren Fusionsraten zwischen 46 % und 100 % erreicht werden (26). Der Einsatz von Orthesen wird hier kontrovers diskutiert (27).

In einer RCT wurde die Wertigkeit der postoperativen Korsettbehandlung nach lumbaler Spondylodese mit einem posterioren Schrauben-Stab-System und autologer Beckenkammspananlage bei degenerativen Erkrankungen der Lendenwirbelsäule untersucht (28). Die Patienten in der Interventionsgruppe (n = 46) wurden aufgefordert, ein stabiles Korsett nach Maß für einen Zeitraum von acht Wochen postoperativ 24-stündig (außer zur Körperpflege und bei Untersuchungen) zu tragen und anschließend für weitere vier Wochen abzutrainieren. Die Patienten in der Kontrollgruppe (n = 44) wurden ohne Orthese mobilisiert. Nach einem Zeitraum von zwei Jahren zeigten sich zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede in den gemessenen klinischen Parametern (Dallas Pain Questionnaire und SF-36), in der Rate der postoperativen Komplikationen und Revisionen. Diese Studie konnte keinen Vorteil oder Nachteil für die Verwendung eines Korsetts nach lumbaler Spondylodese nachweisen.

Der häufige postoperative Einsatz von Orthesen an der Halswirbelsäule lässt sich möglicherweise durch die hohe Mobilität dieses Wirbelsäulenabschnittes und dem häufigen Einsatz von fusionierenden Operationstechniken erklären. Fusionen werden überwiegend ohne Plattenosteosynthese mittels intervertebraler Implantate durchgeführt. Durch die Orthese soll die Beweglichkeit und die Belastung des operierten Segmentes vermindert und folglich die Fusionsrate verbessert werden. Mit dem Einsatz moderner alloplastischer Cages aus Kunstoff (Polyetheretherketon) oder Titan anstelle von Knochenmaterial als intervertebraler Platzhalter ist die Notwendigkeit der postoperativen Ruhigstellung bei fehlender Evidenz fraglich. In einer prospektiv-randomisierten Pilotsudie profitierten Patienten in den ersten sechs Wochen nach Fusion mit einem intervertebralen Cage gemessen am Neck-Disability-Index und durch eine Schmerzreduktion von einer Ruhigstellung (29).

Eine multizentrische RCT mit einer Nachbeobachtungsdauer von 24 Monaten kam zu dem Ergebnis, dass eine Zervikalorthese nach einer monosegmentalen anterioren Fusion mit Plattenosteosynthese nicht notwendig ist (30). Durch die Zervikalstütze konnte weder das klinische Ergebnis gemessen am Neck-Disability-Index, dem SF-36, und der Numerischen Rating Skala (NRS) noch die radiologische Fusionsrate verbessert werden.

Komplikationen der Orthesenbehandlung

Häufig bestehen seitens des behandelnden Arztes und der Patienten Bedenken, dass durch das längerfristige Tragen einer Orthese die rumpfstabilisierende Muskulatur geschwächt wird. Untersuchungen hierzu zeigen kontroverse Daten, die teilweise eine Kräftigung der Muskulatur (31, 32), eine Kraftminderung (33) beziehungsweise keine Unterschiede zeigen (34). Eine Untersuchung der isokinetischen und isometrischen Kraft bei gesunden Probanden zeigte nach 21-tägiger Anwendung einer Lumbalbandage keine signifikanten Unterschiede (35).

Durch übermäßigen Druck der Orthese auf die Haut und exponierte anatomische Strukturen können Ulzera entstehen. Daher sollte der Einsatz von Orthesen auf Patienten beschränkt werden, die entsprechende Schmerzreize empfinden und darauf adäquat reagieren können.

Abhängig von der Tragedauer rigider zervikaler Orthesen können bei 6,8 % der Patienten Druckulzera am Unterkiefer und am Occiput auftreten (36, 37). Zervikale Orthesen können Dysphagien, durch eine Einengung des Pharynx, Veränderungen des Schluckaktes (38) und die ungewohnt aufrechte Kopfhaltung beim Essen, auslösen.

Es gilt deswegen generell die Empfehlung, dass eine Orthesenbehandlung ärztlich angeordnet und überwacht werden sollte. Angestrebt werden eine möglichst kurze Behandlungsdauer und eine frühzeitige Mobilisation des Patienten.

Interessenkonflikt

Dr. Zarghooni und Prof. Eysel erhielten Gelder für ein von ihnen initiiertes Forschungsvorhaben von der Bauerfeind AG in Zeulenroda-Triebes.

Dr. Beyer und Dr. Siewe erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 26. 11. 2012, revidierte Fassung angenommen: 12. 8. 2013

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Kourosh Zarghooni
Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Uniklinik Köln
Kerpener Straße 62
50937 Köln
kourosh.zarghooni@uk-koeln.de

Zitierweise
Zarghooni K, Beyer F, Siewe J, Eysel P: The orthotic treatment of acute and chronic disease of the cervical and lumbar spine. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(44): 737–42. DOI: 10.3238/arztebl.2013.0737

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Uniklinik Köln:
Dr. med. Zarghooni, Dr. med. Beyer, Dr. med. Siewe, Prof. Dr. med. Eysel
Zentrum für Klinische Studien, Uniklinik Köln: Dr. med. Zarghooni, Dr. med. Beyer, Dr. med. Siewe
Zervikale Orthesen
Zervikale Orthesen
Abbildung 1
Zervikale Orthesen
Individuell nach Maß angefertigtes Hohmann-Überbrückungsmieder
Individuell nach Maß angefertigtes Hohmann-Überbrückungsmieder
Abbildung 2
Individuell nach Maß angefertigtes Hohmann-Überbrückungsmieder
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  • Neue Wege gehen
    Dtsch Arztebl Int 2014; 111(11): 195; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0195a
    Minne, Helmut W.
  • Ursachen vielfältig
    Dtsch Arztebl Int 2014; 111(11): 195-6; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0195b
    Greitemann, Bernhard
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2014; 111(11): 196; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0196
    Zarghooni, Kourosh

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Avatar #689952
JonasB
am Donnerstag, 29. Januar 2015, 12:47

...

Hallo Herr Dr.T.
in welcher OT wurde Ihr Beitrag letztendlich veröffentlicht?
Ich habe weiterhin Interesse an Ihrer Studie.
Viele Grüße
Avatar #689952
JonasB
am Dienstag, 2. September 2014, 13:54

Ihr Manuskript

Hallo Dr. T,
könnten sie mir Ihr Manuskript zukommen lassen?
Avatar #672614
Dr.-T.
am Sonntag, 3. November 2013, 16:29

"Alte Zöpfe...Orthesen & nichts Neues"

Leider brachte der publizierte Artikel nichts wirklich Neues! Als niedergelassener Orthopäde habe ich den Nutzen von LWS-Orthesen bei chron. Rückenschmerzen zu schätzen gelernt. Das alte Dogma, "...die Muskulatur baut sich bei regelmäßiger Nutzung ab" sollte endlich der Vergangenheit angehören, zumal es sich bei heutigen Orthesen um dynamische Unterstützungssysteme handelt.
Aus der Unsicherheit und der mangelhaften Studienlage heraus, habe ich gemeinsam mit Sport- und Physiotherapeuten vor 2Jahren eine klinische Anwendungsbeobachtung bei 70 Patienten durchgeführt und wissenschaftlich aufgearbeitet. Das Manuskript wurde vom Ärzteblatt wegen eines mangelnden Ethikvotums abgelehnt (auf retrospektive Nachfrage bei der Ethikkommission wäre das Votum gar nicht notwendig gewesen, da es sich um eine Anwendungsbeobachtung handelte).
Wenn es keine konkreten Daten zu Muskelkraft und Statik bei Bandagennutzung gibt, sollte aus meiner Sicht die Chance vom Verlag genutzt werden, diese Situation zu verbessern. Mehr Interesse fand das Manuskript zum Glück bei der Zeitschrift "Orthopädie Technik", wo eine Publikation für Nov./Dez. geplant ist.
Gerade für alle Ärzte, die das Thema chron. Rückenschmerz in der tägl. Arbeit betrifft, stellt der Artikel aus meiner Sicht eine Möglichkeit dar, die Verordenbarkeit von Orthesen über die Krankenkasse auch für die Zukunft zu sichern.

Gerne sende ich das Manuskript interessierten Kolleginnen und Kollegen zu.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. T.

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