ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2013Weltraummedizin: Alterssimulationsanzüge einsetzen
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Der interessante Beitrag über die Erforschung der Physiologie des Menschen in der Schwerelosigkeit lässt neue Schlüsse nicht nur für Weltraumfahrer zu. Wenn man im Umkehrschluss die Schwerkraft erhöht, lassen sich unseres Erachtens ebenfalls interessante physiologische Phänomene ableiten. Es sind dies insbesondere Phänomene, die sich im Alter auf ganz natürliche Weise mechanisch ausbilden. Eine solche Simulation können sogenannte Alterssimulationsanzüge übernehmen, die sich mittlerweile nicht nur in der grundlegenden Altersforschung einen Platz geschaffen haben, sondern auch bereits in der Lehre wie auch in Studien des ADAC zum Autofahren im Alter verwendet wurden. Durch Anlegen von Gewichten, Versteifung von Gelenken und vielerlei weitere Ansatzpunkte lässt sich hier die Alterung simulieren und subjektive sowie vermutlich auch objektive Parameter und Veränderungen durch zusätzliche Anbringung geeigneter mobiler elektrophysiologischer beziehungsweise optischer Sensoren direkt messen. Dies wären beispielsweise Sensoren für EKG, Herzratenvariabilität (HRV), Elektromyographie (EMG) oder die funktionelle Nah-Infrarotspektroskopie (fNIRS) zur Detektion zerebraler Perfusionsveränderungen.

Sicherlich wäre auch überlegenswert, Probanden mit Alterssimulationsanzügen der Schwerelosigkeit auszusetzen. Dies könnte zu Erkenntnissen beitragen, die in der Altersforschung gegebenenfalls neue medizintechnische Therapieansätze erschließen würden.

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Literatur beim Verfasser

Prof. Dr. med. Andreas Otte, Studiengang
Medizintechnik, Fakultät Elektrotechnik und
Informationstechnik, Hochschule Offenburg,
77652 Offenburg

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